WM 2019 – 24 Spielerinnen, die die Welt verändern – Gruppe B

Auch wenn die letzten Turniere nicht wirklich erfolgreich gestaltet werden konnten – Deutschland ist Favorit in Gruppe B. China und Spanien könnten das zweite Ticket für das Viertelfinale unter sich ausmachen während Südafrika als Außenseiter mit einigen erfahrenen Spielerinnen in seinen Reihen auf eine Überraschung hofft.

Deutschland – ein Neuanfang

„Deutschland ist eine Turniermannschaft“, heißt es immer wieder – doch ist das wirklich so? Zwar können die Spielerinnen der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft unter anderem stolz auf insgesamt sieben Teilnahmen an Weltmeisterschaften zurückblicken, jedoch dürfen hierbei weder der wenig souveräne Auftritt bei der Heim-WM 2011, noch die mehr als unrühmliche Teilnahme an der letzten EM im Jahr 2017 in den Niederlanden ausgeblendet werden.

Während die deutschen Frauen von 1995 bis zum Jahr 2013 erfolgreich den Europameister-Titel verteidigten, schied man 2017 unter der Leitung der 111-fachen A-Nationalspielerin Steffi Jones nach teils desolater Leistung in der Vorrunde im Viertelfinale verdient gegen den späteren Vize-Europameister Dänemark mit 1:2 aus. Der Aufschrei war groß, die Kritik – insbesondere an der Bundestrainerin – harsch. Das „Projekt Steffi Jones“ war gescheitert.

Begonnen hatte die Zusammenarbeit Jones’ mit dem DFB nach den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, bei denen sich die DFB-Elf mit einer Goldmedaille von der scheidenden Bundestrainerin Silvia Neid verabschiedet hatte. Auf die zweifache Fifa-Welttrainerin Neid sollte nach Wunsch des DFB die im Trainerbereich völlig unerfahrene Steffi Jones folgen. Die ehemalige Abwehrspielerin hatte deshalb von August 2015 bis zu den Olympischen Spielen im Sommer 2016 als Co-Trainerin von Neid gearbeitet, um Erfahrung zu sammeln.

Die damaligen Fifa-Weltranglisten-Ersten zeigten statt Weltklasse-Fußball nur noch Weltklasse-Unsicherheit und die Nationalmannschaft war ein Schatten ihrer selbst: Dynamik wich Statik, die Kreativität der Einfallslosigkeit. Dennoch hielt der DFB an Steffi Jones fest. Nach eingehender Analyse der Europameisterschaft sprach ihr der Verband sein Vertrauen aus und verlängerte ihren Vertrag vorzeitig.

Doch auch diese zweite Chance des DFB konnte Steffi Jones nicht nutzen. Im Gegenteil: Die Talfahrt der deutschen Frauen hielt an. Den absoluten Tiefpunkt sollte dabei der „SheBelieves-Cup“ im März 2018 in den USA bilden: Die DFB-Frauen belegten dort den letzten Platz und Steffi Jones war nicht mehr im Amt zu halten. Der DFB entband die 46-Jährige mit sofortiger Wirkung von allen ihren Aufgaben.

543 Tage nach Jones’ Amtsantritt übernahm mit Horst Hrubesch ein alter Bekannter des DFB interimsweise das Amt des Bundestrainers. Während unter Jones sogar die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf der Kippe stand und Deutschland in der Fifa- Weltrangliste auf Platz 2 hinter die USA abrutschte, gewann das Team mit Hrubesch alle ausstehenden Qualifikationsspiele – und das noch dazu ohne Gegentor. Dass Horst Hrubesch jedoch keine Dauerlösung auf der Trainerposition sein sollte, war von Anfang an klar. Martina Voss-Tecklenburg, die zu dem Zeitpunkt noch die Schweizer Frauenfußball-Nationalmannschaft coachte, sollte den Erfolgskurs von Horst Hrubesch fortsetzen.

Auch Voss-Tecklenburg ist in Deutschland keine Unbekannte. Die ehemalige Nationalspielerin stand von 1984 bis 2000 im Dienste der deutschen Nationalmannschaft und wurde in dieser Zeit allein vier Mal Europameisterin. 2008 begann ihre Trainerkarriere beim FCR 2001 Duisburg, jetzt bekannt als MSV Duisburg. Nachdem sie dort im Februar 2011 beurlaubt wurde, folgte ein kurzes Engagement beim FF USV Jena. Ihren Einjahresvertrag löste sie im Januar 2012 auf, um im Monat darauf bei der A-Nationalmannschaft der Schweizerinnen anzuheuern.

Unter ihr gewannen die Schweizerinnen unter anderem 2017 den Zypern-Cup und kletterten in der Fifa-Weltrangliste von Platz 26 auf Platz 17. Im April 2018 gab der DFB die Verpflichtung der Deutschen bekannt, die aber erst noch die WM-Qualifikation mit der Schweiz zu Ende spielen wollte. Am Ende scheiterte man nur knapp im Finale der Playoffs gegen die Niederlande.

Eine Spielerin, die Voss-Tecklenburg schon sehr gut kennt, ist Alexandra Popp. Die 28-Jährige, die inzwischen beim VfL Wolfsburg unter Vertrag steht, gab am 7. September 2008 unter Voss-Tecklenburg ihr Bundesligadebüt gegen den Herforder SV. Es war eine prägende Zeit: In Duisburg gewann das Duo gemeinsam den UEFA Women’s Cup und zweimal den DFB-Pokal. Popp lobt vor allem die Kommunikation der Bundestrainerin, man wisse bei ihr immer, „woran man ist.“ Die Loyalität beruht auf Gegenseitigkeit: Im Februar dieses Jahres wurde Popp zur neuen Spielführerin der deutschen Nationalmannschaft ernannt. Sie folgte auf Dzsenifer Marozsán, die unter Steffi Jones die Kapitänsbinde erhalten hatte und damit nie wirklich glücklich schien. Es war daher Marozsáns eigener Wunsch, das Amt zur Verfügung zu stellen.

Popp, die schon seit 2012 in Wolfsburg spielt, kann ein Team mitreißen und motivieren, geht auf dem Platz gerne mutig voran. Mit dem VfL gewann sie auf Vereinsebene schon alles, was es zu gewinnen gibt: zwei Mal die Königsklasse, fünf Mal die Meisterschaft und sechs Mal den DFB-Pokal. Die 28-Jährige ist vielseitig einsetzbar und sich für keine Position zu schade – genau das macht die Deutsche so wertvoll. Während sie in dieser Saison zunächst überwiegend einen Teil der Wolfsburger-Offensivreihe bildete, agierte sie zum Ende hin auch auf der Sechser-Position und sicherte die Defensivreihe ab. Auch in der Innenverteidigung kam sie in der abgelaufenen Spielzeit zum Einsatz. Mit ihrer robusten Spielweise und ihrem körperbetonten Spiel ist es für gegnerische Spielerinnen immer eine Herausforderung, an ihr vorbeizukommen. Doch Popp verfügt nicht nur über physische Präsenz, sondern auch über ein enorm starkes Kopfballspiel und einen extrem strammen Schuss.

Alexandra Popp ist die neue Kapitänin und soll die DFB-Auswahl in Frankreich zum Erfolg führen (Foto: Tom Seiss)

Darüber hinaus verfügt die gelernte Tierpflegerin auch über eine starke Meinung und ein hohes Maß an Selbstreflexion. Über die Zeit rund um die verpatzte Europameisterschaft sagte sie im Gespräch mit WAZ-Journalistin Jasmina Schweimler: „Es hat uns grundsätzlich dieser Faden gefehlt, wo wir hinwollen und was wir genau wollen.“ Es mangelte an normalen Dingen, „wie gefühlt wer zu laufen hat. Teilweise waren es die Basics, die gefehlt haben. Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht.“ Horst Hrubesch brachte dann wieder mehr Struktur in die Mannschaft. „Wir haben gefühlt wieder bei null angefangen. Wir haben uns in einem Spielsystem ohne Ball auf den Platz gestellt und sind dann einfach von links nach rechts gelaufen, um mal wieder ein Gefühl dafür zu bekommen, wie man zu laufen hat. Da kam plötzlich wieder der Spaß, die Spielfreude. Vorher hatte sich jeder vergraben und Angst, Fehler zu machen.“

Einen schwarzen Peter solle man aber niemandem zuschieben, denn „wir als Spielerinnen müssen auf dem Platz versuchen, das Beste zu geben.“ Und das soll in Frankreich endlich wieder der Fall sein. Dass sie die Nationalmannschaft als Kapitänin aufs Feld führen darf, ist „keine Selbstverständlichkeit. Ich hoffe, dass ich das Team gut durchs Turnier führen kann und am Ende ein gutes bis sehr gutes Ergebnis bei rauskommt.“ Ein Traumfinale gibt es nicht, solange Deutschland am Ende als Sieger hervorgeht. Besonderen Druck aufgrund der guten Beziehung zu Voss-Tecklenburg spürt sie nicht. „Das spielt keine Rolle. Ich versuche, mir grundsätzlich selber keinen Druck zu machen. Für mich hat sich im Grunde nicht viel geändert, da ich zuvor auch schon Führungsspielerin war und ein relativ großes Sprachrohr.“

Für die Weltmeisterschaft bleibt nun aber vor allem zu hoffen, dass die DFB-Frauen ihre guten Leistungen für sich sprechen lassen und die Fans nach der verpatzten EM 2017 und dem SheBelieves Cup wieder begeistern können.

Zur Person: Jasmina Schweimler schreibt als Journalistin unter anderen für die Wolfsburger Allgemeine Zeitung und den Sportbuzzer über Frauenfußball und gehört zum Podcast-Kollektiv-FRÜF.

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China – die (Ex-)Top-Nation

Die Autoren Simon Super und Stefan Szymanski argumentieren in ihrem Buch „Soccernomics“ dass in der Zukunft nur noch Nationen wie die USA oder Iran die WM gewinnen werden, einfach weil diese Länder groß genug sind, viele talentierte Spieler hervorzubringen. Diese Theorie ist durchaus fragwürdig, denn dann müsste ja auch China immer weit vorn sein. Dem ist nicht so, zumindest bei den Herren. Bei den Herren ist die Bilanz verheerend: eine einzige WM-Teilnahme steht bisher zu Buche: 2002.

Bei den asiatischen Kontinentalmeisterschaften gab es lediglich zwei dritte Plätze. Die chinesische Liga dominiert die Schlagzeilen durch Mega-Transfers wie Carlos Tevez, nicht durch ihre spielerische Qualität.

Bei den Frauen sieht es anders, weil besser aus. Die Frauennationalmannschaft ist bei jedem Turnier im erweiterten Favoritenkreis zu finden. In den 1990ern belegte die Auswahl zweimal den zweiten Platz: 1996 bei Olympia und 1999 bei der WM. Zwischen 1986 und 2006 gewann man achtmal den AFC Women’s Asian Cup und drei Mal die Asian Games. Außer 2011 war China immer bei WM-Turnieren dabei und immer mindestens im Viertelfinale. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis wieder eine chinesische Spielerin den Weg nach Europa findet.

Im Sommer 2018 war es soweit: Wang Shuang unterschrieb einen Vertrag für zwei Jahre bei PSG und wurde damit eine der wenigen Chinesinnen, die außerhalb ihres Heimatlandes Fußball spielt. Für sie ist PSG eine der drei besten Mannschaften der Welt. Die Popularität des Vereins wird dabei sicher auch von Neymar und Mbappè gesteigert, denn die Herren spielen regelmäßig die Champions Trophäe (Equivalent zum deutschen Supercup) in China aus. Ganz unschuldig sind Neymar & Co. nicht, wie sie sagt: „Neymar und Mbappé waren einer der Gründe, für Paris zu unterschreiben.“

Wang Shuang hat den Schritt nach Europa zu PSG gewagt. (Foto: Tom Seiss)

Obwohl sie erst 24 Jahre zählt, ist Wang eine der erfahrensten im Team; sie hat bereits mehr als 90 Länderspiele absolviert und dabei 25 Tore erzielt. Ihr Talent wurde schon früh sichtbar: mit zwölf Jahren spielte sie in der U-17 Auswahl ihres Heimatlandes. Bei der WM 2015 in Kanada war sie schon dabei, wenn auch nur als Reservistin. In diesem Jahr will sie eine Hauptrolle auf dem Rasen spielen.

Dass PSG sie nicht verpflichtet hat, um den chinesischen Markt zu erschließen, sagt sie selbstbewusst: „Ich bin eine von elf Spielerinnen und wegen meiner Fähigkeiten hier, nicht fürs Marketing.“ Der Verein hat dennoch eine dreiteilige YouTube-Serie über sie produziert, in der sie von ihren Erfahrungen erzählt, wie zum Beispiel dem chinesischen Neujahr, welches sie mit ihren Teamkolleginnen begangen hat mit traditionell-chinesischen Ravioli.

Bei ihrer Ankunft stellte sie bescheiden fest, dass sie sowohl physisch als auch von der Spielgeschwindigkeit her, noch zulegen könne. Ihre technische Finesse stellte sie gleich zu
Beginn der Saison eindrucksvoll unter Beweis als sie im September im Pariser Derby gegen den Paris FC in der 39. Minute einen sehenswerten Treffer aus 20m erzielte.

Im Rückspiel traf sie ebenfalls und war an allen drei Toren für ihre Mannschaft beteiligt. Im Oktober 2018 erzielte sie als erste Chinesin ein Tor in der Champions League im Spiel gegen Linköping. Dies unterstreicht noch einmal ihre Entwicklung in den letzten Monaten zu einer Stammspielerin. In ihrer ersten Saison in Paris stehen sieben Tore in achtzehn Spielen zu Buche.

Bei der WM in Frankreich geht es unter anderem gegen den zweimaligen Weltmeister Deutschland, Spanien und Südafrika. Eine schwierige Gruppe? Nicht für Shuang Wang; für sie ist jedes Spiel schwer bei einer WM, immerhin ist es das wichtigste Turnier bei dem die besten Mannschaften aufeinandertreffen. Für sie gilt die alte Fußballerweisheit, sich auf das eigene Spiel zu konzentrieren und das Beste zu geben. Ihr persönlicher Wunsch für die Weltmeisterschaft: möglichst viele Tore erzielen und dabei helfen, dass die Mannschaft ihre Ziele erreicht.

Zur Person: Autor Christoph Wagner ist Teil der 120minuten-Redaktion.

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Ein Halbfinale mit spanischer Beteiligung?

Im spanischen Fußball ist der FC Barcelona das Maß aller Dinge. Bei den Herren sowieso und bei den Frauen geht die Meisterschaft nicht ohne, dass die Katalanen ein Wörtchen mitzureden hätten. Im Schatten von Messi und Co. sind die Frauen in den letzten Jahren zu einem Spitzenteam gewachsen.

Anders sieht es in der Nationalmannschaft aus. Erst 2015 konnte sich Spanien erstmals für eine WM qualifizieren. Die heutige Kapitänin von Barcelona, Vicky Losada war es, die das erste Tor für Spanien erzielte im ersten Gruppenspiel gegen Costa Rica. Es sollte der einzige Punkt für Spanien bleiben, die anderen Spiele gegen Brasilien und Südkorea gingen mit 1:0 respektive 2:1 verloren. Bei den Europameisterschaften sieht es nicht viel besser aus: 1997 steht ein Halbfinale zu Buche, 2013 und 2017 jeweils das Viertelfinale.

Vicky Losada könnte bei ihrer 2. WM-Teilnahme Spanien zum ersten Halbfinaleinzug seit 1997 verhelfen. (Foto: Tom Seiss)

Im Frauenfußball ist Frankreich die Top-Nation. Olympique Lyon hat die letzten vier Jahre die Champions League gewonnen. In England und Deutschland wird ebenfalls gut gearbeitet; mit Wolfsburg und dem FC Bayern standen immerhin zwei deutsche Mannschaften im Halbfinale in diesem Jahr. Spanien dagegen kommt über die herausragende Ausbildung der Spielerinnen im technischen und taktischen Bereich. Was aber Spanien von den anderen abhebt, sind die Zuschauerzahlen. Während man in England und Deutschland in den Top-Ligen auf knapp 1.000 Zuschauer im Durchschnitt kommt, liegt der Zuschauerschnitt in der Primera Division Feminin bei mehr als 2.000.

Beispielhaft für den Aufstieg ist eben jene Vicky Losada, die alle Jugendmannschaften durchlief, zwar auch in England und in New York spielte, letztendlich aber doch wieder die Farben des FC Barcelona trägt. Das Champions League Finale 2019 war der Höhepunkt einer Entwicklung, die 2006 begann. Damals begann Xavi Llorens als Trainer und blieb bis 2017. Er baute die Mannschaft auf. Als erster Trainer von Lionel Messi weiß er, wie man junge Spieler*innen entwickelt.

Die Karriere von Vicky Losada verlief in den Anfangsjahren sehr steil: mit 14 debütierte sie in der zweiten Mannschaft von Barcelona, ein Jahr später in der Ersten. Es folgte ein kometenhafter Aufstieg: zwei Pokalsiege, 2012 das Double, 2013 sogar ein Tripel aus Pokal, Meisterschaft und Copa de Catalunya. Von 2011 bis 2017 hat sie in jedem Jahr mindestens einen Titel geholt.

Was sagen Mitspielerinnen, ehemalige wie aktuelle, über sie? Ihre ehemalige Teamkollegin bei Arsenal, Natalia Pablos sagt, „es ist ein Traum, sie in der Mannschaft zu haben und ein Albtraum, gegen sie spielen zu müssen. Auf und neben dem Platz ist sie eine Führungsspielerin.“ Ganz ähnlich spricht auch Laura del Rio über sie. „Vicky kann ein Spiel wahnsinnig gut lesen und ist beidfüßig, wodurch sie immer für eine Überraschung im Spiel gut ist. Ihre Freistöße sorgen immer wieder für Gefahr. Sie ist eine Superspielerin.“

Bei der WM 2019 wird es für Spanien darum gehen, gegen die Gruppenfavoriten aus Deutschland und China zu bestehen und dabei guten Fußball zu zeigen. Als eine der Schlüsselspielerinnen in der spanischen Auswahl ist Vicky Losada ein wichtiger Baustein für ein gutes Abschneiden.

Zur Person: Autor Christoph Wagner ist Teil der 120minuten-Redaktion.

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Südafrika – der Außenseiter in Gruppe B

Südafrika geht als 49. der Weltrangliste als Außenseiter in das Turnier. Beim letzten Afrika-Cup gelang der Finaleinzug, beim Zypern-Cup reichte ein Unentschieden aus vier Spielen nur für Platz 10. Im Kader stehen vor allem Spielerinnen aus der südafrikanischen SAFA Sasol Women’s League, einige Spielerinnen sind aber auch in Europa, Asien und Nordamerika aktiv. Autorin Nozibusiso Sibiya hat vor dem Turnier Stimmen aus dem Team und von Expertinnen eingefangen:

Die südafrikanische Frauenfußballmannschaft, die auch Banyana Banyana genannt wird, wird im Juni zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft antreten. Das Team wird sich in Gruppe B mit Deutschland, China und Spanien messen.

Trainerin Desiree Ellis ist im Vorfeld des bevorstehenden Turniers zuversichtlich, dass ihre Spielerinnen nicht enttäuschen werden, da sie in der Qualifikation gut abgeschnitten haben.
“Wir haben großartige Führungspersönlichkeiten im Team und das ist wichtig, weil wir uns gegenseitig ermutigen und leiten, sowohl auf als auch neben dem Platz”, sagt Ellis.

Sie erwähnt auch, dass sie sehr dankbar ist, Banyana Banyana zu einer Zeit zu trainieren, in der das Team viele Kapitäne hat, die in ihren jeweiligen Teams eine wichtige Rolle spielen.
“Wenn man sich unsere aktuelle Auswahl ansieht, haben wir Janine [van Wyk] als Kapitänin, aber wir haben auch Spielerinnen wie Refiloe Jane, die in ihrem Verein Captain ist. Auch während meiner Karriere war ich Kapitänin, und wir hatten Führungspersönlichkeiten wie Sibongile Khumalo – solche Spielerinnen helfen einem auf dem Feld, auch wenn am Ende des Tages nur eine die Kapitänsbinde trägt.”

Janine van Wyk (Carlos Figueroa Rojas [CC BY-SA 4.0])


Janine van Wyk

Sie bestritt ihr erstes Länderspiel 2005 und ist mit über 150 Einsätzen für die südafrikanische Auswahl Rekordnationalspielerin. Die Verteidigerin errang mehrere Meistertitel in Südafrika und gründete 2013 einen eigenen Frauenfußballverein, den JVW FC, für den sie bis 2016 spielte. Seit 2017 spielt sie für Houston Dash in der National Women’s Soccer League.


Simphiwe Dludlu hat bis 2015 63 Mal für die Banyana Banyana gespielt und trainiert aktuell die U17-Auswahl. Für sie sind die Schlüsselspielerinnen Refiloe Jane, Janine Van Wyk, Themba Kgatlana, Linda Matlhalo und die junge Karabo Dhlamini, die aus der U17 zum Kader stieß.

“Die Spielerinnen haben Erfahrung und haben bis zur Weltmeisterschaft sehr gut in der Qualifikation gespielt. Sie alle haben Erfahrung im Ausland gesammelt und werden Banyana Banyana weiterhelfen. Rhoda Mulaudzi hat in Australien wirklich gut gespielt – sie wird ihre Torgefahr einbringen.” sagte Dludlu.

Dludlu denkt, dass sich Dhlamini, trotz ihrer Jugend, bei der WM durchsetzen kann.
“Sie hat bei der U17-Weltmeisterschaft Charakter gezeigt und bewiesen, dass sie sich mit jedem Spiel weiterentwickelte und das Spiel bereicherte.”

Die ehemalige Nationalspielerin lobte auch Desiree Ellis für ihre Leistungen mit dem aktuellen Team und glaubt, dass Ellis’ Erfolgsgeheimnis die harte Arbeit sowohl auf als auch neben dem Platz ist. “Ich kann dem Team mitgeben, dass eine gute Vorbereitung keinen Erfolg garantiert, aber die Chancen auf ein erfolgreiches Turnier verbessert”, schloss sie.

Zur Person: Nozibusiso Sibiya stammt aus Johannesburg und beschäftigt sich als freie Journalistin mit den Themen Fußball und Gesundheit.

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2 Kommentare

  1. Cruiser

    Steffi Jones, Stürmerin???? Sorry, gar nicht oder sehr schlecht recherchiert.

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