Fußball in Ägypten: Rebellische Ultras im Untergrund

Am 21. Juni beginnt in Ägypten der Afrika-Cup. In wohl keinem anderen Land ist der Fußball so politisch aufgeladen wie in Ägypten. Seit mehr als hundert Jahren nutzen Autokraten in Kairo das Stadion für Propaganda. Im neuen Jahrtausend entwickelten dann die Ultras eine Protestkultur, die beim Arabischen Frühling 2011 eine beachtliche Rolle spielte. Mittlerweile sind Fußballfans jedoch ein Symbol für die unterdrückte Zivilgesellschaft. Kann der Afrika-Cup daran etwas ändern?

Autor: Ronny Blaschke, ronnyblaschke.de

In Kairo sind viele staatliche Gebäude von Schutzmauern umgeben, davor patrouillieren Soldaten mit Maschinengewehren. Auf dem zentralen Tahir-Platz sind vor allem Männer unterwegs. Zwei von ihnen halten ein Banner in die Höhe. Darauf: Abdel Fattah al-Sisi, Ägyptens Präsident seit 2014. Er lächelt auf dem Bild, blickt ins Weite, als freue er sich auf die Zukunft. Doch in Ägypten hat nur eine kleine Elite Grund zur Freude. „Präsident Sisi betrachtet Menschenrechtsverteidiger als seine größten Feinde“, sagt der Ägypter Amr Magdi, der für Human Rights Watch in Berlin arbeitet. „Die Verfolgung der Zivilgesellschaft ist tiefgreifend, brutal und gnadenlos.“

Organisationen wie Human Rights Watch und Reporter ohne Grenzen gehen davon aus, dass rund 60.000 Menschen aus politischen Gründen in ägyptischen Gefängnissen sind. Mindestens 300 von ihnen sollen dort gestorben sein. Amr Magdi berichtet: „Tausende Bündnisse und NGOs wurden aufgelöst. Journalisten, Juristen und Menschenrechtler können jederzeit verhaftet werden. Oft erhalten sie Reiseverbote, ihre Bankguthaben werden gesperrt und ihre Familien eingeschüchtert.“

Millionen Ägypter sind 2011 auf die Straßen gegangen. Sie protestierten für freie Wahlen, unabhängige Medien, Demonstrationsrechte, vor allem aber: für ein Leben in Würde. Nichts davon ist Wirklichkeit geworden. Ägypten ist eine Militärdiktatur mit mächtigen Geheimdiensten. Mindestens 2.000 Menschen kamen nach 2011 bei Aufständen und Zusammenstößen mit dem Sicherheitsapparat ums Leben, darunter auch mindestens 150 aktive Fußballfans.

Ultras: In wohl keinem anderen Land steht dieser Begriff so sehr für die Politisierung einer Gesellschaft wie in Ägypten, für Hoffnung, Opferbereitschaft, sogar für Revolution. Doch der Begriff ist auch ein Symbol für Enttäuschung, Grabenkämpfe und Repression. Und so ist es der Fußball, der politische Entwicklungen zugespitzt zum Ausdruck bringt.

Das Stadion als letzter sozialer Freiraum

Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen? Fans aus Kairo waren Anfang des Jahrtausends mit Ultras aus Europa in Kontakt gekommen. Junge Männer schlossen sich in Stadtvierteln der Megacity zu kleinen Bündnissen zusammen. Daraus erwuchsen 2007 die ersten offiziellen Ultra-Gruppen Ägyptens: „Ahlawy“ im Umfeld des Vereins Al Ahly und die „White Knights“ von Zamalek SC. Die Mitglieder, meist zwischen 16 und 30 Jahre alt, hatten unterschiedliche sozialen Hintergründe, unter ihnen waren Arbeiter und Studenten, auch Salafisten und Muslimbrüder. Bis 2011 entstanden in Ägypten etwa zehn Gruppen, mit mehreren zehntausend Mitgliedern.

„Die Grundmotivation der Ultras war am Anfang nicht politisch“, sagt Philip Malzahn. Der Islamwissenschaftler wertete arabische Quellen aus und forschte ein halbes Jahr in Kairo. Er verfasste seine Bachelor-Arbeit über ägyptische Ultras, immer wieder hält er Vorträge zum Thema. „Im Fußball wurden junge Männer quasi gezwungen, politisch zu werden. Denn der autoritäre Staat verweigerte ihnen jegliche Freiräume.“ Die Ultra-Bewegung entstand zu einer Zeit, in der sich Ägypten in einer Phase des Stillstands befand. Präsident Hosni Mubarak regierte seit 1981 mit Notstandsgesetzen, dadurch hatte er weitreichende Befugnisse.

Der Staat betrachtete die Ultras in ihrer Anfangszeit als Kleinkriminelle. Doch immer mehr junge Männer erkannten die Stadien als ihren vielleicht letzten öffentlichen Freiraum. „Die Ultras brachten gesellschaftliche Gruppen zusammen, die sich sonst nicht vertragen haben. Ihr gemeinsamer Nenner war der Fußball“, sagt Philip Malzahn.

„Mit ihrer antiautoritären Grundhaltung stellten sich die Ultras gegen den kommerziellen und korrupten Fußball, nicht zwangsläufig gegen den Staat. Allerdings sind Fußball und Staat in Ägypten nicht voneinander zu trennen.“

Philip Malzahn

Mit Al Ahly gegen die britische Fremdherrschaft

Hosni Mubarak hatte den Wert des Fußballs für seine Propaganda früh erkannt. In seiner dreißigjährigen Amtszeit gewann das ägyptische Nationalteam fünfmal die Afrikameisterschaft. Vor wichtigen Spielen traf sich Mubarak mit den Spielern, nach Titelgewinnen hängte er ihnen Medaillen um. Die Seilschaften zwischen Regierung, Sicherheitsorganen und Großkonzernen drangen tief in den Fußball vor, schreibt der Blogger und Wissenschaftler James M. Dorsey in „The Turbulent World of Middle East Soccer“. Als dieses Buch 2016 erschien, waren die Hälfte der 16 ägyptischen Erstligisten im Besitz von Innministerium, Polizei und Armee.

Den Kairoer Ultras des Vereins Al Ahly standen regelmäßig Vertretungen des Staates gegenüber. Al Ahly gewann vierzig Mal die ägyptische Meisterschaft und acht Mal die afrikanische Champions League. Mit keiner anderen Bewegung identifizieren sich so viele Ägypter wie mit Al Ahly. Die Ursachen reichen weit zurück in der Geschichte des Landes. „Es war der erste Klub von Ägyptern für Ägypter. Ein wesentliches Element der Emanzipation vom britischen Kolonialreich“, sagt der Politikwissenschaftler Jan Busse von der Universität der Bundeswehr in München. Al Ahly organisierte Versammlungen: für den Widerstand gegen die Briten, aber auch gegen die ägyptische Monarchie.

1952 stürzten die „Freien Offiziere“ die Monarchie. In der jungen und unabhängigen Republik Ägypten wandelten sich Politik, Kultur und Sport grundlegend. Der Staatschef Gamal Abdel Nasser wirkte auch als Ehrenpräsident von Al Ahly auf die Bevölkerung ein. Er besetzte zentrale Stellen der Fußballverbände mit Vertrauten des Militärs. Nassers Nachfolger folgten diesem Muster. Bis in die Gegenwart.

74 Tote beim Fußball – die Verantwortlichen werden kaum bestraft

Seit ihrer Gründung 2007 hatten sich die Ultras Ahlawy von Al Ahly und die White Knights von Zamalek viele Kämpfe mit der Polizei geliefert. „Das Stadion war lange ein Testfeld für Polizeitaktiken, die man später bei Gegnern einsetzen konnte, die man ernster nimmt“, sagt Jan Busse. Zur vielleicht größten Machtdemonstration kam es Anfang 2011 in Ägypten. Die Ultras warfen Steine, durchbrachen Polizeiketten, nutzten umgestürzte Autos als Schutzwall. „Die Ultras waren gut organisiert“, sagt Busse. „Sie waren wichtig, um den symbolisch wichtigen Tahir-Platz zu halten.“ Wie groß der Einfluss der Ultras am Sturz von Mubarak tatsächlich war, lässt sich schwer ermessen.

Die Zivilgesellschaft befand sich im Umbruch. Der gemeinsame Gegner Mubarak war Geschichte, nun schlossen sich Fraktionen unterschiedlichen Parteien an. In Gewerkschaften, Bündnissen und losen Gruppen bildeten sich neue Hierarchien. Das gilt auch für die Ultras. Ahlawy und die White Knights hatten großen Zulauf, dadurch wuchsen interne Spannungen. „Neue Mitglieder provozierten Gewaltakte, die nicht abgesprochen waren“, sagt Philip Malzahn. Rund um die Spiele verschärften die Gruppen ab Mitte 2011 den Ton gegen die Polizei. Regelmäßig kam es zu Straßenkämpfen und Demonstrationen mit Toten. Das Militär verbot alle Formen des Protests. Die Ultras galten nun als „Agenten, die Ägypten zerstören wollen“.

Das alles steht im Schatten des 1. Februar 2012, als Al Ahly in der Hafenstadt Port Said auf Gastgeber Al Masry traf, fast ein Jahr nach dem Sturz von Präsident Mubarak. Nach dem Schlusspfiff wurden Stadionlichter früh abgeschaltet. Hunderte Fans von Al Masry stürmten den Rasen und die gegnerische Tribüne. Sie warfen Brandsätze auf die Ultras von Al Ahly, attackierten sie mit Stöcken, Messern, Glasflaschen, die Polizei ließ sie gewähren. Die Gästefans flogen, es entstand Panik. Einige wurden von der Tribüne gestoßen, andere trafen auf verschlossene Tore. Am Ende waren 74 Menschen tot.

Einen Tag nach den Vorfällen in Port Said marschieren Ultras von Al Ahly zum Tahrir-Platz. Foto: Tori Aarseth, CC BY-NC-SA 2.0.

Wollte die Armee den rebellischen Ultras von Al Ahly eine Lektion erteilen? Planten Gefolgsleute von Mubarak die Destabilisierung des neuen Militärrats? Landesweit kam es zu Straßenschlachten. Die Aufarbeitung von Port Said verdeutlichte, wie sehr Politik und Justiz verflochten sind. Etliche der 73 Angeklagten beschwerten sich über willkürliche Festnahmen, einseitige Ermittlungen, unglaubwürdige Beweise. Am 26. Januar 2013, am zweiten Jahrestag des Revolutionsbeginns, wurden 21 Beschuldigte zum Tode verurteilt, die meisten von ihnen waren Ultras von Al Masry. „Hochrangige Militärs und Polizisten mussten sich nicht verantworten“, sagt Jan Busse. „Die Straflosigkeit für Sicherheitskräfte ist ein gängiges Phänomen in Ägypten.“

Die Ultras werden von den Geheimdiensten streng überwacht

Am 3. Juli 2013 putschte das Militär gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi. Einer der Hauptverantwortlichen für den Staatsstreich war der General Abdel Fattah al-Sisi, der seit dem 8. Juni 2014 das Präsidentenamt bekleidet. Mehr als drei Jahre nach der Revolution war Ägypten von einer demokratischen Regierung weit entfernt, die Wirtschaft stagnierte, und Sisi verschärfte die Repression gegen die marginalisierte Zivilgesellschaft weiter.

Am 8. Februar 2015 wollte die Regierung die Stimmung testen und für ein Spiel wieder Fans zulassen. Das Innenministerium begrenzte die Zuschauerzahl für das Spiel zwischen Zamalek und ENPPI auf 10.000. Allerdings fanden sich weit mehr Menschen vor dem Stadion der Luftwaffe am Rande von Kairo ein. Tausende drängten sich vor dem schmalen Einlass. Die Atmosphäre wurde aggressiver, plötzlich schoss die Polizei Tränengas in die Menge. Massenpanik, Schlägereien, brennende Autos, am Ende waren zwanzig Menschen tot, die meisten von ihnen Mitglieder der White Knights.

Die Ligaspiele fanden weiter ohne Zuschauer statt, die Ultras wurden als terroristische Vereinigungen dämonisiert. Einige Mitglieder schauten sich seither Spiele im Basketball, Handball oder Volleyball an. Oder sie reisten mit ihren Klubs zu Auswärtsspielen der afrikanischen Champions League. „Die Ultra-Führer, die nicht im Gefängnis sitzen, werden von den Geheimdiensten beobachtet“, sagt der Ägypter Hussein Baoumi, der für Amnesty International in Tunis arbeitet. Es sei wahrscheinlich, dass Telefonate abgehört und Emails kontrolliert werden, daher halten sich Ultras in den sozialen Medien zurück. Baoumi sagt: „Die Regierung fürchtet sich vor organisierten Gruppen, also will sie jede Mobilisierung im Keim ersticken.“

Nationalhelden wie Aboutrika sind vor staatlicher Willkür nicht sicher

Diese Furcht reicht offenbar so weit, dass selbst an Nationalhelden Exempel statuiert werden. Mohamed Aboutrika gilt als einer der wichtigsten Spieler der ägyptischen Geschichte. 2006 und 2008 führte er das Nationalteam zum Gewinn des Afrika-Cups, in seinen 100 Länderspielen schoss er 38 Tore. Fast zehn Jahre spielte er für Al Ahly. Aber Aboutrika traf seine eigenen Entscheidungen: Er positionierte sich gegen ein Gehaltsgefälle im Fußball, sammelte Spenden für benachteiligte Menschen, sympathisierte offen mit der Bevölkerung im Gaza-Streifen.

Im September 2012 spielte Al Ahly im ägyptischen Supercup gegen ENPPI, es war das erste offizielle Spiel nach der Katastrophe von Port Said sieben Monate zuvor. Die Ultras boykottierten die Partie, auch als Zeichen gegen die schleppende Aufarbeitung. Mohamed Aboutrika tat es ihnen gleich und weigerte sich, gegen ENPPI aufzulaufen. Er wurde zwei Monate gesperrt. Monate später fühlten sich Mitglieder des Militärregimes brüskiert, denn Aboutrika wollte sich von ihnen keine Medaille umhängen lassen. Immer lauter wurde gemutmaßt, dass er den Muslimbrüdern nahestehe. Aboutrika bestreitet das. 2015 wurden seine Bankguthaben in Ägypten vorübergehend eingefroren, laut seinem Anwalt soll er seit 2017 auf einer Terrorliste der Regierung stehen.

Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi wählt für seine Fußballbühne andere Hauptdarsteller. Am 8. Oktober 2017 qualifizierte sich das ägyptische Nationalteam mit einem 2:1 gegen die Republik Kongo für die WM in Russland, den Siegtreffer schoss Mohamed Salah, die nationale Fußballikone in Diensten des FC Liverpool. Abdel Fattah al-Sisi empfing die Mannschaft bei der Eröffnung eines neuen Messezentrums. In seiner Rede verknüpfte er Sport, Wirtschaft und Politik. „Sisi wollte den Erfolg der Mannschaft als den Erfolg seiner Regierung verkaufen“, sagt Amr Magdi von Human Rights Watch. „Für ihn ist Fußball eine PR-Kampagne, um von negativen Themen abzulenken.“

Die Kritik aus den USA und der EU bleibt verhalten

Auch während der WM 2018 wurde die ägyptische Auswahl politisch beansprucht, vor allem in ihrem Quartier in Grosny in der russischen Teilrepublik Tschetschenien. Der autokratisch regierende Präsident Ramsan Kadyrow besuchte eine Trainingseinheit der Ägypter. Kadyrow, dem unter anderem Mord und Folter zur Last gelegt werden, ernannte Mo Salah zum Ehrenbürger Grosnys.

Salah soll darüber erbost gewesen sein, er wird längst auch in anderen arabischen Ländern als Idol wahrgenommen. Sein Konterfei ziert Werbebanner, Häuserwände, Fanartikel – und im April 2019 auch das Titelbild von „Time“. Das amerikanische Magazin ernannte ihn als eine der 100 weltweit einflussreichsten Personen. Bei den ägyptischen Präsidentschaftswahlen 2018 sollen eine Million Menschen für Salah gestimmt haben, obwohl dieser gar nicht kandidierte.

Abdel Fattah al-Sisi gewann die Wahl mit mehr als neunzig Prozent, potentielle Gegenkandidaten waren zuvor verhaftet oder zum Rückzug gedrängt worden. Aus den USA und der Europäischen Union blieb die Kritik verhalten. Die westlichen Industriestaaten beschreiben Ägypten als Partner gegen Terrorismus. „Wir fordern nicht das Ende der diplomatischen Beziehungen mit Ägypten“, sagt Amr Magdi. „Aber die USA und Europa können auf andere Weise Druck ausüben, zum Beispiel mit einer Einschränkung von Militärhilfen und Handelsbeziehungen.“

Ab dem 21. Juni wird in Ägypten der 32. Afrika Cup ausgetragen, erstmals mit 24 Teams. Wird Präsident Sisi seine Regierung als demokratisch inszenieren? Oder bringt das Turnier Themen an die Öffentlichkeit, die selten diskutiert werden? Osama Ismail, Mediendirektor des ägyptischen Fußballverbandes, sagte gegenüber dem WDR-Fernsehmagazin Sport Inside: „Wir garantieren, dass es keine Beschränkungen für die Anwesenheit von Zuschauern geben wird. Ägypten hat das Interesse, der Welt zu zeigen, dass wir den Terror im eigenen Land besiegen konnten. Die offenen Stadien sind ein Vorschuss an Liebe für die Zuschauer.“

In den dreißig Jahren unter Mubarak war die Menschenrechtslage nicht so dramatisch wie nun unter Sisi. Und das spiegelt sich auch im Fußball: Offiziell haben sich die Ultras aufgelöst. Frühere Mitglieder gehen zum Basketball oder Handball. Oder sie reisen mit ihren Klubs zu Auswärtsspielen der Champions League. Seit 2018 sind wieder wenige tausend Zuschauer bei Fußball-Ligaspielen zugelassen. Aber die ausgelassene Atmosphäre? Die sozialen Freiräume im Stadion? Vorerst Geschichte.

 


Autor und Themenreihe

Ronny Blaschke beschäftigt sich als Journalist mit den gesellschaftlichen Hintergründen des Sports, u. a. für die Süddeutsche Zeitung, den Deutschlandfunk und die Deutsche Welle. Mit seinen Büchern stieß er wichtige Debatten an, zuletzt mit „Gesellschaftsspielchen“ zur sozialen Verantwortung des Fußballs.


Die ganze Themenreihe auf einen Blick

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Kategorie q 120minuten

Endreas Müller heißt in Wirklichkeit ganz anders und beschäftigt sich schon länger mit Fußball im Allgemeinen und dem Bloggen im Besonderen. Vor einiger Zeit stellte er sich gemeinsam mit Christoph Wagner die Frage, warum es eigentlich in der deutschen Blogosphäre noch keine Plattform für lange Fußballtexte gibt – die Idee von ‚120minuten’ war geboren.

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