Alle Artikel von Alex Schnarr

WM-Tipp des Tages: Brasilien gegen Costa Rica

Was wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nach sportlichen, sondern nach demokratischen Kriterien entschieden werden würde? Diese Frage stellte sich das BTI-Projekt der Bertelsmann-Stiftung und bewertete alle Mannschaften entlang der Kategorien “Freie Wahlen”, “Meinungsfreiheit”, “Schutz der Bürgerrechte”, “Soziale Inklusion” und “Korruptionsbekämpfung”. Im direkten Duell zwischen Brasilien und Costa Rica lautet der “Tipp des Tages” heute:

Auf dem Fußballplatz macht der mit Ausnahmespielern gespickten Seleção selten jemand etwas vor. Würde die Partie allerdings nach Demokratiegesichtspunkten entschieden, sähe es ganz anders aus. Korrupte Intrigen und politische Fouls prägen die brasilianischen Schlagzeilen, weniger als 10% der Brasilianer vertrauen Parlament und Regierung. Costa Rica hingegen ist schon lange eines der politisch stabilsten Länder Lateinamerikas, beispielhaft demokratisch und Vorbild für seine Umweltpolitik. Fazit: Salsa schlägt Samba.

Zum Länderportrait Brasilien (PDF)
Zum Länderportrait Costa Rica (PDF)

Mehr Informationen zur “Demokratie-WM” der Bertelsmann-Stiftung erhaltet Ihr direkt auf der Projekt-Homepage.

In Podcast-Episode 13 sprach Alex Schnarr aus der 120minuten-Redaktion mit Hauke Hartmann vom BTI-Projekt über die Hintergründe der “Demokratie-WM”.

Auch wir haben uns im Rahmen unserer #WMGeschichten mit beiden Ländern beschäftigt. Hier geht es zu den Beiträgen von Alex Schnarr zu Brasilien und Costa Rica.

Die Redaktion empfiehlt:

Fußball und Politik gehören nicht zusammen? Das Gegenteil beweist die Podcast-Reihe Futbolpolitika beim DLF. In kurzen Beiträgen wird die bewegte Geschichte des russischen Fußballs und seine enge Verbundenheit mit der politischen Situation im Land vorgestellt. Bisher sind vier von zehn Episoden erschienen.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Bertelsmann-Stiftung und der 120minuten Lerche, Schnarr & Wagner GbR.

WM-Tipp des Tages: Argentinien gegen Kroatien

Was wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nach sportlichen, sondern nach demokratischen Kriterien entschieden werden würde? Diese Frage stellte sich das BTI-Projekt der Bertelsmann-Stiftung und bewertete alle Mannschaften entlang der Kategorien “Freie Wahlen”, “Meinungsfreiheit”, “Schutz der Bürgerrechte”, “Soziale Inklusion” und “Korruptionsbekämpfung”. Im direkten Duell zwischen Argentinien und Kroatien lautet der “Tipp des Tages” heute:

Argentinien muss weiter auf den ersten Sieg warten. Doch den Vergleich mit osteuropäischen Transformationsländern müssen die Südamerikaner nicht mehr scheuen. Lange als defekte Demokratie im Bertelsmann-Transformationsindex geführt, haben die Argentinier dank Verbesserungen bei der Gewaltenteilung und Korruptionsbekämpfung zur Spitzengruppe der Demokratien im Konsolidierungsprozess aufgeschlossen. Die Unabhängigkeit der Presse wird in Argentinien heute besser geschützt als in Kroatien. Diesen Rückstand gleichen die Kroaten jedoch durch einen Sozialstaat aus, der Arbeitslose unterstützt und zumindest extreme Armutsrisiken abfedert. Fazit: Remis im Duell der Geheimfavoriten in Nischni Nowgorod.

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Mehr Informationen zur “Demokratie-WM” der Bertelsmann-Stiftung erhaltet Ihr direkt auf der Projekt-Homepage.

In Podcast-Episode 13 sprach Alex Schnarr aus der 120minuten-Redaktion mit Hauke Hartmann vom BTI-Projekt über die Hintergründe der “Demokratie-WM”.

Auch wir haben uns im Rahmen unserer #WMGeschichten mit beiden Ländern beschäftigt. Hier geht es zum Beitrag von Christoph Wagner zu Argentinien. Anthony Zoric schrieb für uns über Kroatien.

Die Redaktion empfiehlt:

Das WM-Turnier in Russland ist nicht das erste, bei dem im Vorfeld von Teilen der Öffentlichkeit ein Boykott gefordert wird. Als 1978 in Argentinien eine Militärjunta die Endrunde ausrichtet, sorgt das auch für Diskussionen. Fifa und DFB arrangierten sich mit dem Regime, das wenig von Menschenrechten hielt. Die Aufarbeitung des Turniers und seiner Bedeutung für die Junta hält bis heute an und ist noch lange nicht abgeschlossen. Ronny Blaschke war in Argentinien, und sprach im Rahmen unserer Themenreihe mit Aktivist*innen über den Zustand der Zivilgesellschaft und die Bedeutung des WM-Turniers.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Bertelsmann-Stiftung und der 120minuten Lerche, Schnarr & Wagner GbR.

WM-Tipp des Tages: Portugal gegen Marokko

Was wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nach sportlichen, sondern nach demokratischen Kriterien entschieden werden würde? Diese Frage stellte sich das BTI-Projekt der Bertelsmann-Stiftung und bewertete alle Mannschaften entlang der Kategorien “Freie Wahlen”, “Meinungsfreiheit”, “Schutz der Bürgerrechte”, “Soziale Inklusion” und “Korruptionsbekämpfung”. Im direkten Duell zwischen Portugal und Marokko lautet der “Tipp des Tages” heute:

In Sachen Demokratiequalität liegen Welten zwischen den beiden Nachbarn an der Meerenge von Gibraltar. Die mit dem Sparkurs der Regierung Coelho unzufriedenen Portugiesen wählten 2015 ein Mitte-Links-Bündnis ans Steuer. Solch weitreichende Entscheidungen traut Marokkos autoritäre Monarchie den Bürgern nicht zu; die meisten Wähler beteiligen sich gar nicht erst an den Wahlen zu einem machtlosen Parlament. Marokkanische Medien stehen unter staatlicher Kontrolle, das Sozialsystem ist schwach, das Bildungsniveau niedrig, und jeder zweite Marokkaner zahlt regelmäßig Bestechungsgelder an Richter, Ärzte oder Polizisten. Klare Angelegenheit für den amtierenden Fußball-Europameister. Fazit: Einbahnstraßenfußball an der Straße von Gibraltar.

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Mehr Informationen zur “Demokratie-WM” der Bertelsmann-Stiftung erhaltet Ihr direkt auf der Projekt-Homepage.

In Podcast-Episode 13 sprach Alex Schnarr aus der 120minuten-Redaktion mit Hauke Hartmann vom BTI-Projekt über die Hintergründe der “Demokratie-WM”.

Auch wir haben uns im Rahmen unserer #WMGeschichten mit beiden Ländern beschäftigt. Hier geht es zum Beitrag von Marino Peixoto zu Portugal. Hakim Amalou schrieb für uns über Marokko.

Die Redaktion empfiehlt:

Fußball-WM ist auch Dauerberichterstattung. Vieles, was von Kommentator*innen und Reporter*innen rund um die Spiele gesagt wird, dient inzwischen nicht mehr der Beschreibung des Fußballs, sondern seiner Eventisierung. Thomas Hummel sprach mit Jürgen Roth, der kaum ein gutes Haar an heutigen Kommentator*innen lässt und sich einen anderen Stil wünscht. Ob man mit allen seinen Einordnungen mitgeht, ist Geschmackssache.
In eine ähnliche Kerbe schlägt der Kommentar von Anja Rützel bei SPON: beim Team von ARD und ZDF macht sie viele Plattitüden und wenig Substanzielles aus.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Bertelsmann-Stiftung und der 120minuten Lerche, Schnarr & Wagner GbR.

WM-Tipp des Tages: Tunesien gegen England

Was wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nach sportlichen, sondern nach demokratischen Kriterien entschieden werden würde? Diese Frage stellte sich das BTI-Projekt der Bertelsmann-Stiftung und bewertete alle Mannschaften entlang der Kategorien “Freie Wahlen”, “Meinungsfreiheit”, “Schutz der Bürgerrechte”, “Soziale Inklusion” und “Korruptionsbekämpfung”. Im direkten Duell zwischen Tunesien und England lautet der “Tipp des Tages” heute:

Die junge und unerfahrene Demokratie Tunesien fordert das Mutterland des modernen Parlamentarismus und des Fußballs heraus. Die Formkurve des Underdogs zeigt trotz angespannter Sicherheitslage nach oben, die Briten müssen sich nach dem Brexit erst wieder neu aufstellen. Beide Teams verfügen über einen guten demokratischen Spielaufbau an der Wahlurne. Auf beiden Seiten rechtfertigt die Regierung mäßige Leistungen bei der Verteidigung der Bürgerrechte zuweilen mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Unter dem Strich steht aber ein ungefährdeter Sieg Englands aufgrund seiner bunten Fankultur (Meinungsfreiheit), gesunden Teamgeists (soziale Inklusion) und guten Fairplays (Korruptionsbekämpfung).

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Mehr Informationen zur “Demokratie-WM” der Bertelsmann-Stiftung erhaltet Ihr direkt auf der Projekt-Homepage.

In Podcast-Episode 13 sprach Alex Schnarr aus der 120minuten-Redaktion mit Hauke Hartmann vom BTI-Projekt über die Hintergründe der “Demokratie-WM”.

Auch wir haben uns im Rahmen unserer #WMGeschichten mit beiden Ländern beschäftigt. Hier geht es zum Beitrag von Jérôme Grad zu Tunesien. Chris Lee schrieb für uns über England.

Die Redaktion empfiehlt:

Zur WM wird viel geschrieben. Spielberichte, Klatsch und Tratsch, hintergründige Analysen…und Lyrik! Bei der Doppelfünf gibt es mal banale, mal spitzfindige, aber immer unterhaltsame Limericks zum Turniergeschehen zu lesen. Geschrieben werden die Fünfzeiler von @heinzkamke, @rebiger und jeder bzw. jedem der Lust hat, mitzumachen. Nachzulesen sind die Limericks bei @doppelfuenf2018 und 2018.doppelfuenf.de

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Hinweis: Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Bertelsmann-Stiftung und der 120minuten Lerche, Schnarr & Wagner GbR.

WM-Tipp des Tages: Deutschland gegen Mexiko

Was wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nach sportlichen, sondern nach demokratischen Kriterien entschieden werden würde? Diese Frage stellte sich das BTI-Projekt der Bertelsmann-Stiftung und bewertete alle Mannschaften entlang der Kategorien “Freie Wahlen”, “Meinungsfreiheit”, “Schutz der Bürgerrechte”, “Soziale Inklusion” und “Korruptionsbekämpfung”. Im direkten Duell zwischen Deutschland und Mexiko lautet der “Tipp des Tages” heute:

Traum-Einstand für die DFB-Elf: Heute hat Deutschland in allen Belangen die Nase vorn. Wahlen in Mexiko – gewissermaßen der demokratische Spielaufbau – sind nicht uneingeschränkt frei und fair. Medien sind grundsätzlich frei, doch mitunter müssen kritische Journalisten um ihr Leben fürchten. Die Verteidigung des Rechtsstaats krankt an häufigen Menschenrechtsverletzungen durch kriminelle Organisationen und Sicherheitskräfte. Korrupte Funktionäre gehen häufig straffrei aus. Von einem Sozialstaat wie in Deutschland ist Mexiko, wo 5 Millionen Menschen von weniger als 2 Dollar pro Tag leben müssen, weit entfernt. Armes Mexiko!

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Mehr Informationen zur “Demokratie-WM” der Bertelsmann-Stiftung erhaltet Ihr direkt auf der Projekt-Homepage.

In Podcast-Episode 13 sprach Alex Schnarr aus der 120minuten-Redaktion mit Hauke Hartmann vom BTI-Projekt über die Hintergründe der “Demokratie-WM”.

Auch wir haben uns im Rahmen unserer #WMGeschichten mit beiden Ländern beschäftigt. Hier geht es zum Beitrag von Oliver Leiste zu Deutschland. Sergio Varela schrieb für uns über Mexiko.

Die Redaktion empfiehlt:

Die WM-Spiele kann man an nahezu jedem Endgerät problemlos streamen. Welchen Grund gibt es also noch, einen Ticker zu lesen. Die Antwort lautet: Gieselmann! Dirk Gieselmann wird während der WM die wichtigsten Partien mit der ihm ganzen eignen Art in Textform begleiten. Er war einst einer der Gründungsväter des 11 Freunde-Tickers. Bei der WM tickert er auf Geheiß der SZ.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Bertelsmann-Stiftung und der 120minuten Lerche, Schnarr & Wagner GbR.

WM-Tipp des Tages: Argentinien gegen Island

Was wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nach sportlichen, sondern nach demokratischen Kriterien entschieden werden würde? Diese Frage stellte sich das BTI-Projekt der Bertelsmann-Stiftung und bewertete alle Mannschaften entlang der Kategorien “Freie Wahlen”, “Meinungsfreiheit”, “Schutz der Bürgerrechte”, “Soziale Inklusion” und “Korruptionsbekämpfung”. Im direkten Duell zwischen Argentinien und Island lautet der “Tipp des Tages” heute:

Huh! Unserem Demokratie-Orakel zufolge bleibt Island ein Favoritenschreck. Die Nordeuropäer haben sich vorerst erholt von der Bankenkrise und einer Vertuschungsaffäre um Ex-Premier Benediktsson, die am Vorbildcharakter der isländischen Demokratie kratzte. Argentinien darf sich trotz dieser Niederlage Hoffnungen auf ein Weiterkommen ins Achtelfinale machen. Denn die Abwahl der Peronisten nach fast 30 Jahren Vorherrschaft hat Bremsen im politischen System gelöst. Die positive Zwischenbilanz der neuen Mitte-Rechts-Regierung insbesondere bei der Korruptionsbekämpfung wird dadurch getrübt, dass die Wirtschaftsreformen von Präsident Macri geringfügig Beschäftigte und Kleinunternehmer getroffen haben. Die Bekämpfung von Drogenhandel und Bandenkriminalität erfordert langen Atem. Geysir schlägt Feuerland 2:0.

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Mehr Informationen zur “Demokratie-WM” der Bertelsmann-Stiftung erhaltet Ihr direkt auf der Projekt-Homepage.

In Podcast-Episode 13 sprach Alex Schnarr aus der 120minuten-Redaktion mit Hauke Hartmann vom BTI-Projekt über die Hintergründe der “Demokratie-WM”.

Auch wir haben uns im Rahmen unserer #WMGeschichten mit beiden Ländern beschäftigt. Hier geht es zum Beitrag von Christoph Wagner zu Argentinien. Jim Hart schrieb für uns über Island.

Die Redaktion empfiehlt:

Wer läuft eigentlich für Australien, Island , Peru, Nigeria bei der WM auf? Der Guardian weiß die Antwort. Alle Teams und alle Spieler werden mit einem kleinen Steckbrief vorgestellt und die wichtigsten Köpfe herausgehoben. Wir wünschen viel Spaß beim Durchklicken.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Bertelsmann-Stiftung und der 120minuten Lerche, Schnarr & Wagner GbR.

WM-Tipp des Tages: Marokko gegen Iran

Was wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nach sportlichen, sondern nach demokratischen Kriterien entschieden werden würde? Diese Frage stellte sich das BTI-Projekt der Bertelsmann-Stiftung und bewertete alle Mannschaften entlang der Kategorien “Freie Wahlen”, “Meinungsfreiheit”, “Schutz der Bürgerrechte”, “Soziale Inklusion” und “Korruptionsbekämpfung”. Im direkten Duell zwischen Marokko und dem Iran lautet der “Tipp des Tages” heute:

Umkämpfte Begegnung zwischen einer repressiven Monarchie und einer repressiven Theokratie. Fankultur, Teamgeist und Fairplay sind alles andere als weltmeisterlich. Schon im Spielaufbau mangelt es beiden Mannschaften an Offenheit. Immerhin gelingt es im Iran vereinzelten Reformern im Parlament, so etwas wie Druck nach vorn zu entwickeln. In beiden Nationen werden Bürgerrechte mit Füßen getreten, wobei die iranische Defensive sich noch mehr Menschenrechtsverletzungen erlaubt. Diese Partie hat keinen Sieger verdient.

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Mehr Informationen zur “Demokratie-WM” der Bertelsmann-Stiftung erhaltet Ihr direkt auf der Projekt-Homepage.

In Podcast-Episode 13 sprach Alex Schnarr aus der 120minuten-Redaktion mit Hauke Hartmann vom BTI-Projekt über die Hintergründe der “Demokratie-WM”.

Auch wir haben uns im Rahmen unserer #WMGeschichten mit beiden Ländern beschäftigt. Hier geht es zum Beitrag von Hakim Amalou zu Marokko. Art Eftekhari schrieb für uns über den Iran.

Die Redaktion empfiehlt:

Ramsan Kadyrow, Präsident Tschetscheniens, vereinnahmt Sportler und Prominente um über Menschenrechtsverletzungen hinwegzutäuschen und sich selbst zu legitimieren. Der ägyptischen Auswahl wird der Aufenthalt in Grosny so angenehm wie möglich gemacht – dafür darf die Promo für den Präsidenten nicht zu kurz kommen. Der renkovaleszente Mo Salah wurde extra nachträglich zum Auftakttraining der Ägypter gekarrt, um dort mit Kadyrow zu posieren. Die New York Times über die politischen Implikationen des Aufenthalts der Ägypter in Grosny.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Bertelsmann-Stiftung und der 120minuten Lerche, Schnarr & Wagner GbR.

WM-Tipp des Tages: Russland gegen Saudi-Arabien

Was wäre, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft nicht nach sportlichen, sondern nach demokratischen Kriterien entschieden werden würde? Diese Frage stellte sich das BTI-Projekt der Bertelsmann-Stiftung und bewertete alle Mannschaften entlang der Kategorien “Freie Wahlen”, “Meinungsfreiheit”, “Schutz der Bürgerrechte”, “Soziale Inklusion” und “Korruptionsbekämpfung”. Im direkten Duell zwischen Russland und Saudi-Arabien lautet der “Tipp des Tages” heute:

Die seit sieben Spielen sieglose „Sbornaja“ trifft zum Auftakt auf einen machbaren Gegner. Die Wahlen im Gastgeberland sind weder frei noch fair, aber im Gegensatz zur saudischen Führung stellt sie sich überhaupt regelmäßig zur Wahl. Russlands Defensive ist schwach, doch Saudi-Arabien zeigt noch weniger Bereitschaft zur Verteidigung von Bürgerrechten. In den anderen spielentscheidenden Feldern ist Russland ebenfalls leicht vorn. Hier gibt es immerhin noch vereinzelt oppositionelle Medien mit geringer Reichweite und NGOs, die sich für den Schutz von Bürgerrechten einsetzen. Nur im Kampf gegen Korruption haben die „Grünen Falken“ die Nase vorn. Fazit: Kein Selbstläufer, aber der Gastgeber erwischt einen guten Start ins Turnier.

Zum Länderportrait Russland (PDF)
Zum Länderportrait Saudi-Arabien (PDF)

Mehr Informationen zur “Demokratie-WM” der Bertelsmann-Stiftung erhaltet Ihr direkt auf der Projekt-Homepage.

In Podcast-Episode 13 sprach Alex Schnarr aus der 120minuten-Redaktion mit Hauke Hartmann vom BTI-Projekt über die Hintergründe der “Demokratie-WM”.

Auch wir haben uns im Rahmen unserer #WMGeschichten mit beiden Ländern beschäftigt. Hier geht es zum Beitrag von Katrin Scheib zu Russland. Wael Jabir schrieb für uns über Saudi-Arabien.

Die Redaktion empfiehlt:

Der heute beginnende sportliche Wettkampf lässt die Bedenken über den Ausrichter Russland in den Hintergrund treten. Wer sich nochmal vor Augen führen will, was an dieser WM nicht astrein ist, dem empfehlen wir das ARD-Feature “Putins Meisterwerk” (via ARD Mediathek), als 50-minütiges Alternativprogramm zur Eröffnungsfeier sozusagen. Korruption, Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen kommen darin ebenso wenig zu kurz wie die passive Rolle der Fifa. Der Beitrag ist noch bis 16. Juni abrufbar.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Bertelsmann-Stiftung und der 120minuten Lerche, Schnarr & Wagner GbR.

Vom Gentlemen- zum Arbeitersport: England und der moderne Fußball

„Moderner Fußball“ ist ein Schlagwort. Ein Schlagwort, das in Zeiten von wankendem 50+1, zunehmender Kommerzialisierung, zerstückelter Spieltage etc. vorwiegend negativ konnotiert ist. Aber war der Fußball vorher alt? Antik? Natürlich mitnichten. Etymologisch betrachtet, bedeutet modern nichts anderes als „modisch/nach heutiger Mode“. Synonyme sind Adjektive wie aktuell, neu(artig), zeitgemäß und meinen damit auch fortschrittlich und etwas, das gerade eben („modo“) beliebt geworden ist. Ähnlich definiert es auch der Duden. So gesehen geht es bei der Frage nach modernem Fußball um die Phase, in der Fußball bei der Masse der Bevölkerung und nicht nur ein paar Nerds beliebt und in der die ursprüngliche Form weiterentwickelt wurde.
Es soll hier nur um den Beginn des modernen Fußballs in England und Deutschland (genauer gesagt: im deutschen Kaiserreich) gehen und um die Frage, was oder wer verursachte, dass er modernisiert wurde. Der Beitrag ist ein in Fließtext gebrachtes Brainstorming, das ausdrücklich zum Kommentieren anregen soll. Allerdings geht es hier wirklich nur um die Anfänge des Fußballs, d.h. um etwa die Phase 1820-1900 in England und 1870-1930 in Deutschland.

Dieser erste von zwei Teilen befasst sich mit dem Beginn des modernen Fußballs in England.

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