Alle Artikel von Christoph Wagner

Dienstschluss im Victoria Ground

119 Jahre lang war der Victoria Ground die Spielstätte von Stoke City. Premier League wurde hier zwar nie gespielt, dennoch war das Stadion Heimat für einen der größten englischen Fußballer.

von Christian Bruckner

Als Stanley Matthews im Februar 2000 starb, wurde seine Urne unter dem Mittelkreis des Britannia Stadiums in Stoke bestattet. Der Stürmer hatte den Großteil seiner Karriere bei Stoke City verbracht: Er spielte von 1934 bis 1947 und dann noch einmal von 1961 bis 1965 für den Verein aus den englischen Midlands, ehe er im Alter von 50 Jahren seine Profikarriere beendete. Heute wird Europas Fußballer des Jahres 1956 durch ein großes Denkmal vor den Toren des Stadions geehrt. Doch seine Tore schoss Matthews nicht hier, sondern am Victoria Ground.

© Brian Deegan, CC BY-SA 2.0

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Ins Heft geschaut: ballesterer Nr. 140

“Manchester United” – ballesterer, Ausgabe 140

Ende Februar sorgte Manchester United wieder einmal für Staunen, als der Verein aus dem Nordwesten Englands den Favoriten Paris Saint-Germain mit einem späten Tor aus der Champions League warf. Was es mit United auf sich hat, das hat Nino Duit in der Titelgeschichte zur aktuellen ballesterer-Ausgabe aufgeschrieben.

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Ins Heft geschaut: ballesterer Nr. 139

“Groundhopping: In 365 Tagen um die Welt” – ballesterer, Ausgabe 139

Es ist schon wieder eine Weile her, seit die letzte Ausgabe des ballesterer-Magazins erschienen ist, um genau zu sein, fast zwei Monate. Die Wartezeit hat nun ein Ende, denn Ausgabe 139 ist ab sofort erhältlich und ist – wie immer – pickepackevoll mit guten Geschichten und Themen. Was drin steht, erfahrt ihr im folgenden Text.

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Seitenwechsel – Wie auf dem thüringischen Basar

Wendezeit – Schicksalszeit. Die Monate um 1989 haben in Deutschland viel durcheinander gewirbelt. Der Umbruch hat auch im Fußball entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze tiefe Spuren hinterlassen. Dies ist die Geschichte von zwei Männern, die von der Wende profitierten, einem Verein, für den der Umbruch den bodenlosen Absturz bedeutete und Verbänden, die die Veränderungen verschlafen haben.

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Ins Heft geschaut: ballesterer Nr. 138

“Matthias Sindelar: Der Fußballer & die Legende” – ballesterer, Ausgabe 138

Kurz vor Weihnachten, alle Welt ist im Stress: die letzten Einkäufe müssen getätigt werden, bevor wir uns am 24. Dezember für eine Woche verwöhnen und verwöhnen lassen. Auf ein Geschenk könnt ihr euch jetzt schon freuen: Ausgabe 138 des ballesterer. Was drinsteht erfahrt Ihr im folgenden Text.

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Ins Heft geschaut: ballesterer Nr. 137

“Vereinte Nationen: Die Integrationsdebatte des Fußballs” – ballesterer, Ausgabe 137

Wenn wir in der 120minuten-Redaktion nicht gerade Themen recherchieren, Beiträge redigieren oder damit beschäftigt sind, die nächste Veröffentlichung vorzubereiten, lesen wir selbst gern und viel. Vorzugsweise natürlich Texte, die sich auf die eine oder andere Art und Weise mit dem Thema „Fußball“ beschäftigen. Großer Beliebtheit erfreut sich dabei in der Redaktion der „ballesterer“, ein Fußballmagazin aus Österreich, herausgegeben vom „Verein zur offensiven Erweiterung des Fußballhorizonts“. Sehr gefreut haben wir uns daher, dass wir bereits vor dem Erscheinen der aktuellen Ausgabe 137 einen Blick ins Heft werfen durften. Was drinsteht und warum Ihr den „ballesterer“ auf jeden Fall kaufen solltet, erfahrt Ihr im folgenden Text.

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“Es waren andere Zeiten” – Alfons Sikora im Interview

Alfons Sikora spielte von 1972 bis 1976 für Rot-Weiss Essen, Borussia Dortmund und den 1. FC Mülheim in der 1. und 2. Bundesliga (Nord). Als Sikora nach Dortmund wechselte, wurde er vom “Kicker” als “der neue Sigi Held” gefeiert, ein unglaublich talentierter, aber verletzungsanfälliger Stürmer. Sikora erzielte 14 Tore in 100 Spielen und war Toptorjäger für den 1. FC Mülheim in dessen Debütsaison in der 2. Liga 1972/1973, die seinerzeit in eine Nord- und Südstaffel unterteilt war. Mülheim beendete die Spielzeit auf einem bemerkenswerten 11. Rang in einer Liga mit Vereinen wie Bayer Leverkusen, dem VfL Wolfsburg, Hannover 96 und dem BVB.

In diesem Interview spricht Sikora über eine Zeit in der Geschichte von Borussia Dortmund, über die wenig bekannt ist, die Zeit in der 2. Bundesliga nämlich. Sikora zieht Parallelen zur derzeitigen Liga-Zugehörigkeit des HSV, erinnert sich an sein Leben als Spieler des 1. FC Mülheim, dem kleinsten Klub, der je in der 2. Liga spielte, und spricht über Begegnungen mit einigen der Bundesliga-Legenden, wie zum Beispiel Beckenbauer, Overath, Lippens und Uwe Seeler. Es war eine Zeit, in der Vereine wie Borussia Mönchengladbach und Bayern München den europäischen Fußball dominiert haben und Weltmeister Deutschland die Mannschaft war, die es zu schlagen galt. Die Zeit großer Erfolge für den deutschen Fußball, aber auch des größten Betrugsskandals in der Geschichte der Bundesliga.

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Buchbesprechung: Der Osten ist eine Kugel. Fußball in Kultur und Geschichte des östlichen Europa

Dieser Sammelband widmet sich dem Fußball im östlichen Europa aus wissenschaftlicher Perspektive. Bevor das jedoch eventuell zu schwer wird, haben die Herausgeber den Band mit Fotostrecken, Gedichten und Kurzgeschichten aufgelockert. Dies folgt dem Gedanken, dass Fußball für den tschechischen Autoren Bohumil Hrabal für “die Prosa das wichtigste Spiel ist” und Jewgeni Jewtuschenko ausführt, dass ihn der sowjetische Fußball “die Poesie gelehrt hat”. (S. 20) Beim Wort “Osten” im Titel stellt sich aber auch die Frage, wo dieser beginnt: hinter der Elbe, wie von Konrad Adenauer einst postuliert? Hinter Berlin oder doch erst hinter der Oder? Das Inhaltsverzeichnis gibt Aufschluss: selbst die Schweiz zählt zum Osten dazu, denn der Fußball, der in Österreich und Ungarn in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts gespielt wurde, hatte großen Einfluss auf die Entwicklung des eidgenössischen Fußballs. Auch die ehemalige DDR ist Bestandteil eines Kapitels. Das sind jedoch die Ausnahmen, liegt der Fokus dieses fast 500 Seiten starken Werkes auf Polen, den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, Ex-Jugoslawien, der Ex-ČSSR, Ungarn und Rumänien.

Der Ursprung des Buches reicht bis ins Jahr 2010 zurück als sich das GWZO[1] in Leipzig auf der Jahrestagung mit dem Thema Fußball auseinandersetzte. Aus damals acht Mitstreiterinnen und Mitstreitern ist ein Team aus mehr als 30 Mitgliedern geworden, die an diesem Band mitgewirkt haben. Dies unterstreicht einmal mehr, dass der Fußball in Osteuropa eine ebenso große Rolle spielt wie in anderen Teilen des Kontinents, jedoch bisher eher stiefmütterlich, wenn überhaupt, behandelt worden ist.
Die Gedichte und Kurzgeschichten sind ausschließlich von osteuropäischen Autoren verfasst und werden hier zum ersten Mal in deutscher Sprache abgedruckt. Dazu gibt es biographische und bibliographische Informationen zum Autor. Auch bemerkenswert ist der hohe Anteil an Autorinnen: insgesamt acht Frauen haben an dem Buch mitgewirkt. Ein Punkt sei angemerkt als klitzekleine Kritik: Natürlich dürfen in so einem Werk auch die großen Spieler nicht fehlen und so wundert es wenig, dass Ferenc Puskas und Lew Jaschin mit einem Kapitel gewürdigt werden. Im Kreise dieser Großen fehlt dann aber mindestens ein Panenka oder auch Sindelar. Mit Ernst Willimowski wird in einem Abschnitt ein Grenzgänger beschrieben; Grenzgänger weil er sowohl für die polnische Nationalelf als auch die deutsche auflief.

Fazit: Fußball ist in Osteuropa genauso wichtig wie im Rest der Welt und dient ebenso als Vehikel für nationale Identität wie anderswo und ist deshalb keinen Deut schlechter oder niedriger einzustufen. Dieses Werk zeigt deutlich, welche Spuren der Fußball in den Staaten im Osten Europas hinterlassen hat und wie lebendig Geschichte nochimmer ist.

Anmerkungen

[1]Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas widmet sich der Erforschung des Raumes zwischen Ostsee, Schwarzem Meer und Adria, vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Infos zum Buch
Christian Lübke, Dirk Suckow, Stephan Krause (Hrsg.) Der Osten ist eine Kugel. Fußball in Kultur und Geschichte des östlichen Europa. 492 Seiten, Hardcover, durchgehend farbig, ISBN: 978-3-7307-0388-5, Preis 29,90 Euro

Das Buch ist im Werkstatt-Verlag erschienen und über den Online-Versand zu beziehen.

Uns wurde freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Getarnter Hass – Israel, Antisemitismus und Fußball

Der Antisemitismus ist eine der ältesten Diskriminierungsformen im Fußball, doch in den vergangenen Jahren hat er sich gewandelt. Feindseligkeit gegenüber Juden wird zunehmend als brachiale Kritik an Israel geäußert. Wenn sich Konflikte im Nahen und Mittleren Osten verschärfen, hat das auch Auswirkungen auf den Sport. Teil 5 der Themenreihe „Fußball und Menschenrechte“.

Autor: Ronny Blaschke, ronnyblaschke.de

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