Was hat dich bloß so ruiniert?

Rot-Weiss Essen. Ein klingender Name für Fußball-Traditionalisten. Deutscher Meister in 50er-Jahren. Von Helmut Rahn über Manni Burgsmüller bis hin zu Mesut Özil kann man eine ganze Reihe namhafter Fußballer aufzählen, die das RWE-Trikot übergestreift haben. Seit der Saison 2012/13 spielt RWE im nagelneuen Stadion Essen, einer reinen Fußballarena. Zu den Heimspielen kommen im Schnitt mehr als 7.000 Zuschauer. Im Verein scheint weit mehr Potential zu stecken, als es die aktuelle Platzierung in der viertklassigen Regionalliga West vermuten lässt.

Doch im bezahlten Fußball war Essen zuletzt vor zehn Jahren vertreten, musste sogar einmal hinab in die Untiefen der fünftklassigen NRW-Liga, ein Insolvenzantrag war vorausgegangen. Fünf Spielzeiten in Folge hängt RWE nun schon in der Regionalliga fest und lief dabei nie in der Nähe von Platz 1 ein, der einem ein Los für die Auftstiegslotterierelegation verschafft. Das Essener Schicksal teilen viele Vereine mit langer Geschichte und großer Fanbasis. RWE scheint sein Potential auf dem Platz nicht in Ergebnissen umsetzen zu können. In Liga 2 und 3 haben sich längst andere Vereine etabliert. Warum tut sich Essen so schwer in Liga 4? Die Antwort liefert ein genauerer Blick auf die jüngsten Ereignisse im Verein. Interne Interessenkonflikte und Querelen, wechselwillige Spieler, Inkonstanz auf dem Platz und an der Seitenlinie gipfelten im erneuten Nichtaufstieg. Die oft bemühte „Unruhe in Verein und Umfeld“ – in Essen ist sie hautnah erlebbar. Uwe muss als Fan der Essener das ganze Elend aus nächster Nähe erleben. Ein Erfahrungsbericht aus der Regionalliga.

Autor: Uwe Strootmann, imschattendertribuene.com

Wo fing es an?

Um die aktuelle Saison und sportliche Situation in Essen besser zu verstehen, gilt es meiner Meinung nach, einige Zeit zurückzublicken. Der Vorlauf für diese momentan so dramatische sportliche Situation beginnt im Februar bzw. März 2014. Nacheinander wurden mit Dr. Uwe Harttgen ein neuer Sportvorstand und kurze Zeit später mit Marc Fascher ein neuer Trainer verpflichtet. Der wurde nötig, da der bisher dienstälteste Trainer des RWE, Waldemar Wrobel (mit 3,5 Jahren Amtszeit), entlassen wurde. Sportliche Stagnation war der Grund. Die erste große Amtshandlung von Dr. Uwe Harttgen. Die zweite Kerbe in des Sportvorstands Gürtel war die Abschaffung der in Fankreisen überaus beliebten „Zwoten“. Die U17 und die U19 sollten stattdessen mehr im Fokus stehen und junge Spieler direkt den Weg in die erste Mannschaft gehen.

Uwe Harttgen

Der Verein stellte sich also auf, um professionell den Weg in die Dritte Liga anzugehen. Was auch in der Herbstmeisterschaft 2014/15 mündete. Der Weg dorthin war sportlich jedoch ein zermürbender: der Stil, den Marc Fascher spielen ließ und die Außendarstellung von Dr. Uwe Harttgen erwiesen sich als bisweilen unansehnlich und unnahbar. Das Umfeld rund um die Hafenstraße war ob der beiden Protagonisten alles andere als erfreut. Die beiden (kühlen) Norddeutschen passten nicht in den (emotionalen) Pott, so der allgemeine Tenor. Lediglich der Tabellenplatz kittete immer wieder die stets größer werdenden Risse im Vereinsgebälk.

 

„Im Gegenteil. Ich habe eher den Eindruck, dass die vielen Negativerlebnisse der Vergangenheit ein Misstrauen hervorgerufen haben. Dieser Verein lebt auch deshalb seine Tradition so aus, weil die Hoffnung auf Erfolge in der Gegenwart und Zukunft nicht sonderlich ausgeprägt ist. Da fehlt es an der einen oder anderen Stelle an Zuversicht.“

UWE HARTTGEN IM INTERVIEW BEI 11FREUNDE IM FEBRUAR 2015

Die Mannschaft wurde von Marc Fascher zudem mit Argusaugen bewacht. Er hatte „seine Elf“. Komme was da wolle. Der Rest im Kader konnte sich auf dem Trainingsplatz noch so anbieten – in der Aufstellung spiegelte sich die Trainingsform nicht oder kaum wieder. Kein Wunder also, dass die Neuzugänge der vorletzten Winterpause vor der Verpflichtung des neuen Trainers eigentlich gar keinen Zugang in die Welt des Marc Fascher fanden und das Geschehen auf dem Platz meist von draußen mitansehen durften. Gift für eine jede Mannschaft.

Marc Fascher

Weitere Stolpersteine im Saisonverlauf 14/15 waren der positiv getestete Cebio Soukou und die eigenmächtigen Handlungen nebst heimlicher Verhandlungen des Sportvorstandes. Die weiteren Folgen: Punktabzug und Sperre des Spielers Soukou. Absturz vom Tabellenthron bis hinunter auf Platz fünf. Fristlose Kündigung von Uwe Harttgen und kurz danach auch die Entlassung von Trainer Marc Fascher im März. Einmal also die ganze Palette dessen, was im Verlaufe einer Saison so alles schief gehen kann. Wenn Rot-Weiss Essen ins Klo greift, dann aber richtig!

Der Gewinn des Niederrheinpokals 2015 unter dem beliebten und erfolgreichen Jugendtrainer Jürgen Lucas und die damit verbundene Teilnahme an unser aller DFB-Pokal wirkte nochmal wie Balsam für die wunde Seele der großen RWE-Fangemeinde. Es galt also wieder einmal, nach einer Saison einen großen Haufen Scherben zusammenzufegen und zugleich für die bevorstehende Saison 2015/16 endlich die richtigen Personalentscheidungen zu treffen. Die sportliche Leitung übernahm mit Andreas Winkler der bisherige und ziemlich erfolgreiche Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des RWE. Er konnte eine respektable sportliche Vita vorweisen und war zudem seit 2000 an der Hafenstraße in verschiedensten Funktionen auf und neben dem Feld tätig.

Andreas Winkler
2015 sicherte sich RWE den Niederrheinpokal - Quelle: jawattdenn.de

2015 sicherte sich RWE den Niederrheinpokal – Quelle: jawattdenn.de

Die erfolgreiche Ausbildung zum Fußballlehrer absolvierte Andreas Winkler zeitgleich mit einem jungen Trainer namens Jan Siewert. Den DFB-Offiziellen gefiel Jan Siewert schon während seiner Ausbildung fachlich und menschlich so gut, dass er direkt einen unbefristeten Anschlussvertrag als Co- Trainer der DFB-Talente im Bereich U18 und U17 erhielt. Es war also quasi Beamtenstatus, den Jan Siewert zu Saisonbeginn 15/16 aufgab, um dem Werben von Rot-Weiss Essen nachzugeben. Ich gehe einfach mal davon aus, dass es Andreas Winkler war, der sich seines Jahrgangskollegen erinnerte. Das neurotisch unruhige Umfeld rund um die Helmut-Rahn-Statue runzelte direkt erstaunt die Stirn. Jan..wer? Mit 32 Jahren war Siewert der jüngste Cheftrainer bei RWE seit fast 40 Jahren.

Dazu muss man wissen: Natürlich werden hier in Essen stets 99% aller Trainerverpflichtungen zunächst abgelehnt, hat ein jeder doch mindesten zehn eigene Favoriten auf dem Zettel. Und dann ist da noch der überhöhte Anspruch eines Umfelds, das Personalentscheidungen auf Zweitliganiveau erwartet – mindestens. Zudem darf es definitiv auch keiner vom Schalker Markt sein.

Jan Siewert

Da aber Neutrainer Siewert vorab „Hafenstraßenfußball“ versprach, ohne diesen Begriff weiter zu definieren, schienen die notorischen Zweifler erst einmal beruhigt. Es war eigentlich ein guter Gedanke, es mit einem fachlich bestens ausgebildeten Trainer zu versuchen. Zudem jung an Jahren und gewillt, lange Zeit für Rot-Weiss Essen an der Seitenlinie zu stehen. Die fehlende Vereinserfahrung wich argumentativ der alljährlichen Vorfreude.

„Wer die Chance hat, einen Verein wie RWE zu trainieren, der muss einfach zugreifen. Das hohe Maß an Emotionalität, das diesen Klub auszeichnet, passt ausgezeichnet zu meiner Auffassung vom Fußball. Ich stehe für eine leidenschaftliche Spielweise und fordere von meinen Spielern Leidenschaft ein. Ich freue mich schon sehr darauf, mit meiner Mannschaft vor den fantastischen RWE-Fans aufzutreten.“

JAN SIEWERT IM INTERVIEW MIT DEM DFB IM JUNI 2015

Was ist passiert?

Die Kaderplanung wartete mit einigen Überraschungen auf, aber auch hier gilt die Essener Regel seit 1907: Jeder Neuzugang ist erst einmal ein schlechter Neuzugang und zig andere Spieler wären besser geeignet. Unter Vertrag waren natürlich auch noch viele Spieler von „Faschers Eleven“ und jene, die sich seiner nicht würdig erweisen konnten. Und dann war da ja auch noch der prominenteste Neuzugang, der eigentlich keiner war: Die Hoffnungen ruhten vor allem auf Cebio Soukou und seinem bisweilen ungestümen Drang Richtung Gegners Tor. Soukou wurde während der Verhandlungen seines Dopingfalls und der Sperre vom Verein über Gebühr unterstützt, ohne es jedoch zu müssen. Es war also Zeit für den Spieler, zurückzuzahlen. Die Trauben hingen wie immer hoch.

Cebio Soukou

Zudem stand und steht der Verein abseits des Platzes durch die Arbeit von Prof. Dr. Michael Welling als Vereinschef und seinen unglaublich engagierten und kompetenten Mitarbeitern auf finanziell gesunden Füßen. Die Vorfreude war groß, die Erwartungshaltung war klar: Ligameister und Aufstieg. Was kümmert uns diese unselige Flaschenhalspolitik des DFB, um langsam, aber sicher einen „Closed Shop“ der Profiligen zu installieren? ‚Nur der RWE!‘, so das Motto. Da aber Rot-Weiss Essen immer genau dann eine tragische Figur abgibt, wenn man sich schon der Abendsonne entgegen reitend wähnt, wurde direkt das erste Saison- und Heimspiel mit 0:3 gegen den SC Wiedenbrück verloren. Nicht nur die fest eingeplanten Punkte waren an jenem Tag weg; auch die bisherige Mannschaftshierarchie wurde von Jan Siewert umgekrempelt. Neuer Spielführer und eine neue „Achse“ auf dem Spielfeld also. Zudem eine neue Nummer 1 im Tor.

Michael Welling

Das nächste Spiel war aber schon der Auftritt im  DFB-Pokal gegen den alten Westrivalen Fortuna Düsseldorf. Die Auftaktpleite war vergessen. Vor ausverkauftem Haus boten die Essener den Düsseldorfern einen leidenschaftlichen Kampf. Das Stadion Essen bebte. Raus mit Applaus. Erst danach begann die Saison so richtig und brachte neben einigen Enttäuschungen auch ein beinahe unglaubliches 9:1 gegen den TuS Erndtebrück. Und doch wurde immer offensichtlicher, dass es innerhalb der Mannschaft nicht stimmen konnte. Cebio Soukou wollte gar nicht zurückzahlen! Als Spieler mit mehr Beratern als Fußballschuhen wollte er seine Freigabe Richtung Erzgebirge Aue mit Lustlosigkeit erzwingen und setzte dem Verein so die Pistole auf die Brust. Ein Spieler demonstrierte hier eindrucksvoll seine Macht, wenn es darum geht, sich aus einem bestehenden Vertragsverhältnis zu befreien. Ebenso eindrucksvoll hat Cebio Soukou seine Undankbarkeit gegenüber Verein und Fans erwiesen.

trister Herbst: RWE lässt in der Hinrunde viele Punkte liegen - Quelle: jawattdenn.de

trister Herbst: RWE lässt in der Hinrunde viele Punkte liegen – Quelle: jawattdenn.de

Auch der im Vorfeld durchaus als problematisch eingeschätzte Neuzugang aus Aachen, Kevin Behrens, erwies sich seines Rufes würdig. Natürlich gehören immer zwei Seiten dazu, wenn Probleme im Miteinander auftauchen. Fakt ist jedoch: Mit Behrens und Soukou verließen zum Jahresende 2015 zwei Spieler die Hafenstraße, in die große Hoffnungen gesetzt wurden. Der verbliebene Rest wurde durch Jan Siewert in immer wieder veränderter Startaufstellung auf den Platz geschickt. Gab es für Marc Fascher nur die erste Elf, konnte Jan Siewert sich kaum für eine solche entscheiden. Die Folge dessen: Unsicherheit auf dem Feld und zunehmende Unzufriedenheit daneben. Auch auf der Tribüne herrschte durch die Auflösung der Ultras Essen eine Unruhe, die nicht förderlich war und ist. Viele neue Gruppen entstanden, sehr unterschiedlich in ihrer Ausrichtung. Unruhige Zeiten an der Hafenstraße.

In der Winterpause wurden dann weitere Neuverpflichtungen getätigt, was den Abgängen, vielen Verletzten und auch den vielen Enttäuschungen der Saison geschuldet war. Allerdings schlug nach der Winterpause kaum einer der neuen Spieler ein, konnte sich so manch einer noch nicht einmal beweisen, da verletzt. Rot-Weiss Essen fühlte sich als Verein der Arbeiter und Bergmänner deren Tradition nahe und fuhr ebenfalls ein: in den Tabellenkeller! Erstaunlicherweise genoss Jan Siewert dennoch weiterhin Kredit bei den Fans. Es hatte wohl kaum einer mehr Lust auf einen erneuten Trainerwechsel. Im Laufe der Rückrunde hielt sich der RWE gerade noch über dem ominösen Strich, auch wenn sich die lokale Sportzeitung kaum noch einkriegen konnte und sogar während eines laufenden Spieltages einen Artikel brachte, der RWE wäre justament auf einem Abstiegsrang gelandet.

Nach Abpfiff stand die Mannschaft zwar wieder knapp darüber, aber der Spieltag veranschaulichte die gefährliche Dynamik ziemlich trefflich. Denn auch die Beziehung zu eben jener Sportzeitung, dem RevierSport, ist beidseitig keine gute. Artikel können, geschickt lanciert, weitere Unruhe nach sich ziehen. Die Mannschaft als solche hatte den Kredit bei den Fans mittlerweile endgültig verspielt und auch Sportdirektor und Trainer waren zum verbalen Abschuss freigegeben. Als Folge dessen gab es gegen den SV Verl einen Teilboykott der Westtribüne. Teilboykott daher, weil die Fans hier gespaltener Meinung waren. Zu lustlos war der Auftritt fünf Tage zuvor in Düsseldorf.

Leider waren Teile des RWE-Anhangs mittlerweile nicht mehr in der Lage, Kritik konstruktiv an den „Mann“ zu bringen! Mannschaft, Trainer und Verantwortliche mussten sich vieles anhören, lesen und gefallen lassen, was , bei aller Enttäuschung, nichts mehr mit einem respektvollen Miteinander zu tun hatte. Zu verroht war der Ton in den „sozialen“ Medien, zu offen die Beleidigungen und die Androhung von Gewalt.

Die absolute Fassungslosigkeit und der Schmerz über den Saisonverlauf war verständlich, die Reaktionen nicht. Nicht nur, dass der angepeilte Aufstieg schon früh in der Saison nur noch Illusion war. Nun drohte, Anfang April 2016, sogar der erste sportliche Abstieg in die Fünftklassigkeit seit 1907. Gar nicht auszumalen, was dieser Absturz in die komplette Bedeutungslosigkeit für wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen würde. Diesen Weg würde gefühlt kaum mehr einer mitgehen. Zu lang war schon die Leidenszeit in der vierten Liga, zu groß immer wieder die Hoffnungen, zu bitter die sportlichen Enttäuschungen.

Doch zurück zur Mannschaft: Trainer Jan Siewert übte sich immer mehr in Durchhalteparolen und zeigte interne Stärke durch weitere temporäre Suspendierungen. Der Verein hielt noch am Trainer fest, sicher nicht nur die sportliche Belange im Kopf, sondern auch die wirtschaftlichen Konsequenzen bedenkend.

bittere Heimniederlage gegen SF Lotte Anfang April 2016 - Quelle: jawattdenn.de

bittere Heimniederlage gegen SF Lotte Anfang April 2016 – Quelle: jawattdenn.de

Das Umfeld jedoch hatte es einfach nur noch satt. Dem Sieg im „Boykottspiel“ gegen den SC Verl folgte eine weitere Niederlage bei der stets zu hoch gehandelten Kölner Viktoria und die nächste Schlappe ließ nicht lange auf sich warten: Die 0:2-Niederlage gegen die Sportfreunde Lotte am 2. April war nicht nur ein weiterer Dämpfer im Abstiegskampf und hatte einige hässliche Szenen nach dem Spiel zur Folge, sondern bedeutete auch das letzte Spiel für Jan Siewert als Trainer von Rot-Weiss Essen. Am nächsten Tag wurde er von seinen Aufgaben entbunden und freigestellt. Seine Papiere bekam er sinnbildlich durch den sportlichen Leiter Andreas Winkler überreicht. Dessen Ablösung fordern auch viele Fans, da sie (mich eingeschlossen) ihn für eine völlig verfehlte Einkaufspolitik im Vorfeld und Verlauf dieser Saison verantwortlich machen.

Für einen Tag übernahm wieder der schon anfangs erwähnte und hoch geschätzte Jugendtrainer Jürgen Lucas, ehe im Handumdrehen ein neuer Trainer präsentiert wurde: Sven Demandt soll es nun richten und den Abstieg verhindern. Im Spiel Eins nach Jan Siewert gelang das auch prompt (der Trainerwechsel und seine psychologische Wirkung). Das Überraschungsteam aus Ahlen wurde in Ahlen mit 2:1 bezwungen.

der Auswärtssieg in Ahlen sorgt für Erleichterung im Abstiegskampf - Quelle: jawattdenn.de

der Auswärtssieg in Ahlen sorgt für Erleichterung im Abstiegskampf – Quelle: jawattdenn.de

Um Ahlen herum aber bleibt wohl einmal mehr nur das Fehlverhalten einiger weniger im Gedächtnis – im RWE-Gästeblock war Pyotechnik abgebrannt und das Spiel daraufhin unterbrochen worden.  

Als Fazit bleibt folgende Erkenntnis: Der Misserfolg dieser Saison 2015/16 kann nicht losgelöst von der Ära Fascher und Harttgen betrachtet werden, die dem Verein Rot-Weiss Essen in seiner sportlichen Entwicklung zwei bis vier Jahre gekostet hat und kosten wird. So meine Einschätzung.


So steht Rot-Weiss Essen am Ende der Saison wieder mit leeren Händen da. Im besten Fall kann der Abstieg abgewendet und wiederum der Reset-Knopf gedrückt werden. Eine große Fanbasis, ein engagierter Präsident, ein drittligareifer Etat, ein Nachwuchsleitungszentrum, ein neues Stadion – auf dem Papier erfüllt der Fußballstandort Essen alle Anforderungen für Profifußball. Dennoch muss man sich an der Hafenstraße auf ein weiteres Jahr in der Viertklassigkeit einstellen, im Optimalfall. Der Verein tritt auf der Stelle. Das Beispiel aus Essen zeigt, was alles schief gehen kann, in einer Saison, in einem Verein. Die Verkettung von Fehlentscheidungen und unglücklichen Ereignissen hat einen Strudel erzeugt, der selbst einen haushohen Favoriten in den Abstiegskampf hinunterziehen kann, wo man mit Teams wie TuS Erndtebrück oder der SSVg Velbert ums Überleben kämpft.

Beitragsbild: Wir bedanken uns beim RWE-Fanzine jawattdenn, dessen umfassenden Bilderfundus wir zur Bebilderung dieses Texts nutzen durften.

Kategorie q 120minuten

Endreas Müller heißt in Wirklichkeit ganz anders und beschäftigt sich schon länger mit Fußball im Allgemeinen und dem Bloggen im Besonderen. Vor einiger Zeit stellte er sich gemeinsam mit Christoph Wagner die Frage, warum es eigentlich in der deutschen Blogosphäre noch keine Plattform für lange Fußballtexte gibt – die Idee von ‚120minuten’ war geboren.

3 Kommentare

  1. Schön geschrieben. Zu positiver Aspekt der Vereinsführung. Struktur dieser wird gar nicht erwähnt, haben doch die Entscheider des Vereins sehr wohl die Verantwortung zu tragen und nicht die Angestellten. Zudem ist fraglich ob eine wirtschaftliche Gesundung einzig für die Führungsqualitäten eines Vereinspräsidenten spricht?! Und was ist mit den Mitgliedern? Mit den Sponsoren? Der Verein besteht NICHT nur aus den genannten Strukturen. Und offensichtlich hat der Verfasser gar keine Ahnung, was “wirklich hinter den Kulissen” geschieht!

  2. RWE-Fan

    Rot-Weiss Essen hat keinen Vereinspräsidenten mehr, sondern einen geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden, der eben auch nur ein Angestellter ist und es soll ja auch Angestellte geben, die trotzdem Führungsaufgaben haben oder wie soll sonst ein Vertrieb funktionieren , der ja auch für die Sponsorenarbeit zuständig ist. Und jetzt nicht mit dem Argument kommen, dass das ja die Aufgaben von Michael Welling seien. Deswegen hat man auch da extra ne Abteilung geschaffen mit mehreren Mitarbeitern. Nur so als Tipp: Nico Schäfer hat dafür die Agentur Contact aus Oberhausen gehabt, die das alle übernommen haben und dafür ordentlich bezahlt wurden.

    Zu den Strukturen: Hier muss man nicht mehr explizit den Aufsichtsrat erwähnen, der ja bekanntlich eng mit Michael Welling zusammenarbeitet. Ja und die wirtschaftliche Gesundung muss man hier explizit herausstellen, denn deswegen hat der damalige Insolvenzverwalter ihn vorgeschlagen. Zu den Sponsoren habe ich mich schon geäußert und die Mitglieder, ja die sind natürlich ein Teil der Struktur, aber das Interesse scheint ja nicht groß zu sein, wenn von über 5000 nur 200-300 sich auf der Versammlung blicken lassen. Vorher in den sozialen Netzwerken meckern, pöbeln, aber dann nicht in der Lage dieses auch in der Öffentlichkeit vorzutragen.

    Zum letzten Satz: Wir sind gespannt, wovon der Autor keine Ahnung haben soll. Lass uns teilhaben an deinen Weisheiten.

  3. Zum ersten Kommentar von “Chippo” – zufälligerweise hat der Autor schon eine gewisse Ahnung respektive Wissen, was hinter den Kulissen geschieht. Aber Brüllkommentare dieser Art ist man ja fast schon gewohnt, leider prägen – besser verschandeln – sie mittlerweile die sozialen Netzwerke. Meistens schon zu erkennen an der peinlichen Verwendung von Versalien sowie unangebrachter Interpunktion. Setzen, Sechs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.