Schlagwort: Longread

Der Letzte Flug von Zulu Uniform

Über das Unglück von Manchester United im Februar 1958 auf dem Flughafen München Riem. Eine Zeitreise in die 1950er Jahre, in die Anfangszeit des Europapokals und das Ende der Nachkriegszeit. Ein Text anlässlich des 60. Jahrestages der Tragödie

von Christoph Wagner
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Fußball hinterm Eisernen Vorhang: Der Fall der Magyaren

Manchmal entscheiden Millimeter über Wohl und Wehe. Manchmal sind die Fingerspitzen eines Torhüters zu kurz und können eine Fußballnation nicht vor dem Verderben retten. Was für den einen die Wiederauferstehung, ist für den anderen der Untergang.

Autor: Constantin Eckner, spielverlagerung.de

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Alles endete mit Superga: Die Tragödie des Torino FC

Vor circa einem Jahr schockierte der Flugzeugabsturz des brasilianischen Teams AF Chapecoense nicht nur die Fußballwelt. Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts verunglückte der damalige italienische Serienmeister AC Turin auf dieselbe tragische Weise. Dies ist die Geschichte von Grande Torino.

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Zur weiteren Entwicklung des Fußballs – 95 Thesen

Den Fußball in all seinen Facetten abzubilden – das gleicht einem schwierigen, wenn nicht sogar unmöglichen, Unterfangen. Die unterschiedlichsten Bereiche machen diesen Sport aus, angefangen beim Profifußball, über Amateure, Fankultur, Politik, Gesellschaft hin zu Medien – die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Hinzu kommt, dass der Fußball schon immer ständigen Veränderungen unterworfen gewesen ist. In unserer schnelllebigen Welt wandelt und entwickelt sich der Sport mit den Menschen und Institutionen, die ihn gestalten.

2017 ist das Jahr des 500. Jubiläums der Reformation. Dies wollen wir zum Anlass nehmen und, analog zu Martin Luthers 95 Thesen zur Kirche, Gedanken und Thesen zum Fußball formulieren. Im Zentrum der Betrachtung soll dabei die Frage stehen, wie sich bestimmte Teilbereiche des Sportes in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterentwickeln könnten.

Dazu haben wir fast 20 Experten und Fußballfans befragt, die uns mit ihren (Hypo-)Thesen eine Denk- und Diskussionsgrundlage liefern. Weiterlesen

Der FC Bayern München und die Strategie der Kulturschule

Der FC Bayern München ist unbestreitbar der größte und wichtigste Fußballclub in Deutschland. Doch nicht nur seine großen sportlichen Erfolge machen ihn zu einem hochinteressanten Verein, sondern auch seine hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Der Umsatz der ausgegliederten Aktiengesellschaft lag im Geschäftsjahr 2014/2015 bei 523,7 Millionen Euro. In diesem Text möchte ich der Frage nachgehen, inwiefern der Erfolg und vor allem die dafür verantwortliche Strategiebildung sich mit dem Konzept der Kulturschule nach Henry Mintzberg erklären lassen.

Autor: Luca Schepers, prettylittlemovies.blogspot.de

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Schlafende Zwerge

Warum der Fußball im Baltikum nicht auf die Beine kommt

In der Champions League oder der Euro League sucht man nach Mannschaften aus dem Baltikum vergebens. Im Teilnehmerfeld der großen Nationenturniere sind sie ebenfalls eigentlich nie zu finden. Doch auch in Litauen, Lettland und Estland selbst spielt “König Fußball” fast keine Rolle. Neben einer schlechten Infrastruktur gibt es dafür auch gesellschaftliche Ursachen.

Autor: Oliver Leiste (120minuten.net)

Jedes Jahr im Juli, wenn die großen Fußballnationen noch tief in der Sommerpause, oder wahlweise in der Endphase einer Weltmeisterschaft stecken, beginnen fernab der öffentlichen Wahrnehmung die Qualifikationsrunden für Champions League und Euro League. In Deutschland bekommt man von diesen Spielen nur etwas mit, wenn entweder die Glagow Rangers am luxemburgischen Meister Düdelingen scheitern oder RB Salzburg mal wieder frühzeitig die Segel streicht. Von Levadia Tallinn oder Zalgiris Vilnius hört man jedoch selbst dann nicht. Auch von keiner anderen Mannschaft aus Estland, Lettland oder Litauen. Und wenn Ende August die Gruppen ausgelost werden, ist die Europapokal-Saison in diesen Ländern schon längst wieder beendet.

Das gleiche Bild zeigt sich bei Welt- oder Europameisterschaften. Teilnehmer aus dem Baltikum: Fehlanzeige. Ein einziges Mal gelang Lettland die Qualifikation für eine EM. 2004 war das. Damals trotzten die Letten in Portugal dem Vizeweltmeister Deutschland sogar ein 0:0 ab. Was hierzulande das Ende von Rudi Völlers Amtszeit einläutete, wurde in Lettland frenetisch gefeiert. Von solchen Sternstunden sind die Mannschaften des Baltikums heute weit entfernt. Was mit Sicherheit auch dazu beiträgt, dass sich in den baltischen Staaten kaum jemand für Fußball interessiert, wie drei Besuche vor Ort zeigen Weiterlesen

Helmut Schöns Flucht nach vorn

Das Skandalspiel von Dresden und von einem der auszog, das Saarland zu trainieren

Helmut Schön war ein begnadeter Fußballer und einer der erfolgreichsten Nationaltrainer Deutschlands. Zwischen dem Ende seiner Spielerkarriere und dem Engagement beim DFB, war er Spielertrainer, floh nach Westdeutschland und trainierte Ende der 40er- und Anfang der 50er-Jahre mehrere Auswahlmannschaften anstatt als Vereinstrainer Fuß zu fassen. Ein interessantes und prägendes Kapitel im Werdegang des Helmut Schön.

Autor: Sebastian Kahl, Mitarbeit: Endreas Müller (120minuten.net)

Es ist der 16. April 1950, ca. 16.20 Uhr: Die SG Dresden-Friedrichstadt liegt im letzten Ligaspiel zur Pause zurück. Horch Zwickau – vor dem Spieltag punktgleich mit Tabellenführer Dresden – ist zu Gast und hat das Glück; vermeintlich auch den Schiedsrichter auf seiner Seite. Es geht um nichts geringeres als den ersten DDR-Meistertitel. 60.000 Dresdner auf den Rängen, 40.000 außerhalb des Stadions. Auf dem Schwarzmarkt wechselten die Karten angeblich für je 100 Mark den Besitzer. Und nun das: Rückstand zur Pause, drei Tore des Gegners! Die Halbzeitansprache des Dresdner Trainers ist nicht überliefert. Vielleicht erinnerte Helmut Schön seine Mannschaft an ein früheres Spiel an gleicher Stätte… Weiterlesen

Der Untergang des Orient

oder: Warum Leyton Orient erst einen dramatischen Absturz hinlegte und nun doch auf eine bessere Zukunft hofft

Wohl selten gab es im Fußball einen solchen Absturz zu sehen, wie ihn in den vergangenen drei Jahren Leyton Orient hingelegt hat. 2014 war man mit einem Bein schon in Englands zweiter Liga, der Championship. Drei Jahre später stieg der Club aus der 4. Liga ab und ist somit erstmals seit 112 Jahren nicht mehr der Teil der Football League, sprich Mitglied einer der vier obersten Ligen im englischen Fußball. Wie konnte es dazu kommen? Was ist passiert?

Autoren: Oliver Leiste und Christoph Wagner (120minuten.net)

Ein Fußballfeld in der Sonne, dahinter eine Tribüne mit dem Schriftzug Orient

Leyton Orient hat in den vergangenen Jahren einen dramatischen Absturz hingelegt.

London im Juni 2017: An einem sonnigen und ungewöhnlich warmen Tag ist der Treffpunkt die U-Bahn-Haltestelle Leyton. Dort wartet der 69-jährige Universitätsprofessor Dilwyn Porter und will uns seinen Fußballclub vorstellen: Leyton Orient. Nur wenige Gehminuten von der Haltestelle entfernt liegt, versteckt zwischen Wohnhäusern, das Matchroom Stadium – die Heimat der “O”s. So wird der Verein von seinen Fans genannt. Weiterlesen

Das vergessene Wunderteam

Es gibt Geschichten, die sind fast schon zu kitschig, um wirklich wahr zu sein. Diese hier handelt von einer Handvoll Jungs, Jahrgang 1940, die zusammen in der noch jungen DDR aufwachsen. Die im gleichen Viertel groß werden, sich aus dem Schutt des Krieges einen eigenen Fußballplatz an ihrer Straße bauen, dort die Spielansetzungen gegen die Teams aus den anderen Straßen an die Wände schreiben. Die schließlich als Klassenmannschaft 1954 den Titel des “Stadtmeisters der Magdeburger Schulen” erringen, um anschließend auf Bezirksebene erst im Finale zu unterliegen. Eine Handvoll Freunde, die nach der 8. Klasse geschlossen in einen Verein eintreten, dort die B-Jugend-Konkurrenz zwei Jahre lang nach Belieben dominieren und denen schließlich, als aus Jungen Männer werden, für eine Karriere im höherklassigen Fußball die damaligen Strukturen im Wege stehen. Einer dieser Jungs ist mein Vater. Das ist auch seine Geschichte.

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