Im Niemandsland

Autor: Endreas Müller, endreasmueller.blogspot.de

Dass es beim Fußball um mehr geht, als um Leben und Tod, wissen wir spätestens seit Bill Shankly. Dass das nicht nur für die große Fußballbühne gilt, weiß jeder, der sich abseits der Champions League und der Bundesliga eindringlicher mit diesem Sport auseinandergesetzt hat. Fußball wird fast überall gespielt und gelebt. Sogar an Orten, die es eigentlich gar nicht gibt. Orte, an denen die Sicherheitslage kompliziert ist und die sich offiziell im Kriegszustand befinden. Regionen, die sich nach Auseinandersetzungen für unabhängig erklärten und bis heute lediglich geduldet sind. In denen der Frieden nur eine Momentaufnahme ist.

Man könnte meinen, dass es an solchen Orten Wichtigeres als Fußball gibt. Doch auch dort wird Fußball gespielt und ist ein integraler Bestandteil der Gesellschaft. Mal ist der örtliche Fußball isoliert, mal dominiert man die Liga des Landes von dem man sich eigentlich abspalten wollte, mal spielt man im Exil. In jedem Fall nimmt der Fußball eine wichtige Position ein und setzt ein Zeichen. Er ist ein Mittel, um sich international Gehör zu verschaffen und auf die eigene Lage hinzuweisen. 

Diese 2-teilige Reihe widmet sich vier Regionen, die nach dem Zerfall der Sowjetunion entstanden sind, ihre Unabhängigkeit beanspruchen aber international nicht akzeptiert sind.

Unabhängig abhängig – Abchasien

Nur einen offiziellen Grenzübergang gibt es zwischen Georgien und Abchasien – eine Brücke über den Injure Fluss, die nach dem zweiten Weltkrieg von deutschen Kriegsgefangenen errichtet wurde. Seit dem Kaukasuskrieg 2008 hat Georgien fast keinen Einfluss mehr auf Abchasien, ein Gebiet das etwas mehr als halb so groß wie Schleswig-Holstein ist und an der Schwarzmeerküste liegt. Abseits der Küste ragt der Kaukasus in die Höhe, nördlich und östlich grenzt Russland an Abchasien.

240.000 Einwohner leben in der Region. Das sind nur halb so viele, wie es noch in der ausgehenden Sowjetunion waren. Da gehörte Abchasien zur Georgischen SSR, so wie es zu Zeiten des gebürtigen Georgiers Stalin entschieden wurde. Die Abchasen fühlten sich stets von Tiflis unterdrückt, viele Georgier siedelten sich in der Region an. Als sich Georgien als eine der ersten Sowjetrepubliken unabhängig erklärte, änderte sich wenig an der repressiven Politik. Im Juli 1992 erklärte Abchasien seine Unabhängigkeit, was einen blutigen Konflikt auslöste. Georgische Truppen marschierten in Abchasien ein. Die Abchasen vertrieben mit Hilfe von Russen und Kaukasen die georgische Armee und mit Ihnen die meisten Georgier. Von 200.000 Flüchtlingen, 20.000 Toten und ethnischen Säuberungen auf beiden Seiten bis zum Mai 1994 ist die Rede. Seitdem herrscht – mit einigen Unterbrechungen – Waffenstillstand aber kein Frieden.

Steckbrief Abchasien
Inguri_Bridge,_Georgia

Brücke über den Injure – By Eka Shoniya (Flickr: Inguri) | CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Eine russische Friedenstruppe sichert den Status quo. Und auch sonst hängt das Land am Tropf des riesigen nördlichen Nachbarn. Fast zwei Drittel des Staatshaushalts werden von Moskau finanziert und es ist für Abchasen ein leichtes, einen russischen Pass zu bekommen. Dieser erleichtert das Reisen, das Arbeiten und sichert den Alten eine russische Rente. Russland kann im Ernstfall auf den Schutz “seiner” Bürger pochen.

Die Beziehungen zu Russland sind für das international wenig anerkannte Abchasien existentiell. Andererseits ist den Abchasen ihre Unabhängigkeit wichtig, eine russische Annexion wie auf der Krim ist keine Lösung, die man in Abchasien herbeisehnt. Eine Annäherung an die EU ist jedoch auch schwierig bis unmöglich. Die abchasische Republik stellt eine Verletzung der territorialen Integrität Georgiens dar und die komplexe politische Lage im Kaukasus macht den Fall Abchasien zu einem nahezu unlösbaren Problem mit dem man in Brüssel lieber nicht seine Zeit verschwendet.

Moskau hält die Abchasen an der kurzen Leine. Als in Sotchi die olympischen Winterspiele stattfinden, droht Russland, die nur 35 km entfernt liegende Grenze abzuriegeln, was in letzter Konsequenz nicht passiert. Ein Abstecher an die abchasische Schwarzmeerküste ist dennoch unerwünscht. Ein paar russische Billigurlauber und etwas Landwirtschaft sind die Triebfeder der regionalen Wirtschaft. – ? –

Der abchasische Fußball ist, wie die Region selbst, isoliert und, um es euphemistisch zu formulieren, international nicht auf dem ersten Parkett zu finden. Zu Sowjetzeiten war der FK Dinamo Suchum das Aushängeschild der Region. Einige Jahre konnte sich der Verein in der 2. sowjetischen Liga halten – das war es aber auch schon.

Nach der Unabhängigkeit Abchasiens formierte sich 1994 eine nationale, von Russland und Georgien unabhängige, Liga, die nicht von der UEFA anerkannt wird. Das heißt: keine Champions League oder Europa League-Quali in Suchum oder Gagra, den beiden wichtigsten Städten der Region. Nicht ganz zehn Mannschaften kommen bei der nationalen Meisterschaft zusammen. Zusätzlich gibt es einen eigenen Pokalwettbewerb und den obligatorischen Supercup, der zwischen Meister und Pokalsieger ausgespielt wird.

Tonangebend ist dabei der nach der Unabhängigkeitserklärung neugegründete Verein NART Suchum, der sehr schnell sehr erfolgreich wurde. Die vormals erfolgreichen Mannschaften bestehen zwar noch, streiten sich aber oft nur um den 2. Platz. NART ist das Team von Beslan Butba. Er war nicht nur einige Jahre Vereinspräsident sondern ist auch Bauunternehmer, im nationalen Mediengeschäft aktiv und nicht zuletzt in der Politik – seit 2014 ist er Premierminister Abchasiens. Er hat sein Geld bei Geschäften in Russland verdient und investiert, wohl nicht ohne Hintergedanken, in der Region. Als einer der wohlhabendsten und einflussreichsten Abchasen konnte er den Fußballverein NART vermutlich aus der Portokasse finanzieren. Inzwischen ist er nicht mehr direkt mit dem Verein verbandelt. – ? –

“Vermutlich” schreibe ich, weil mir niemand in Abchasien so recht auf meine Fragen antworten will. Ich probierte die Kontaktaufnahme über Mittelsmänner und direkt an die Vereine gerichtet. Auf Englisch würden meine Anfragen ins Leere laufen, versichert man mir vorab – mit Russisch hätte man wohl eher eine Chance. Dennoch: keine Rückmeldung. Was ich weniger auf Renitenz und Verschleierungstaktik schieben würde sondern vielmehr an die organisatorischen Gegebenheiten in Abchasien: Nicht alle Vereine haben eine eigene Website oder gar einen Ansprechpartner, das Gleiche gilt für den abchasischen Fußballverband.

Ruslan Adschindschal, 2009 im Trikot von Krylia Sovetov, By Mikhail Slain (foto.mail.ru) | CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ruslan Adschindschal, 2009 im Trikot von Krylia Sovetov, By Mikhail Slain (foto.mail.ru) | CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mehr Erfolg verspreche ich mir von einer Anfrage beim wohl derzeit bekanntesten abchasischen Fußballer Ruslan Adschindschal. Im biblischen Alter von 40 Jahren ist er noch immer in der ersten russischen Liga aktiv und darf bei Krasnodar sogar noch in der Europa League mitwirken – so geschehen im Gruppenspiel gegen den VfL Wolfsburg im Oktober 2014. Doch auch er möchte nicht mit mir sprechen, er möchte mit niemandem sprechen – teilt mir zumindest der Presseverantwortliche seines Klubs mit. Ein einziges, dafür relativ aktuelles, Interview mit ihm gibt es, in dem er ein bisschen über sich erzählt:

Adschindschal kann auf eine lange Karriere zurückblicken und war als Jugendlicher sogar noch Teil der U17-Auswahl der UdSSR. Auch wenn unter seinen Vereinen die großen Moskauer Klubs oder Topteams im Ausland fehlen – er ist zufrieden mit seiner Karriere, in deren Verlauf er sich bei der Auswahl seines Teams lieber für ein passendes Umfeld als für große Namen entschied. So schlug er Mitte der 90er Angebote aus der Türkei, bspw. von Fenerbahce Istanbul, aus und wechselte stattdessen zu Baltika Kaliningrad. Aktuell kratzt Adschindschal an der Marke von 700 Pflichtspielen. Zu Beginn seiner Karriere, Anfang der 90er, spielte er für Dinamo Suchum. Adschindschal war Teil einer vielversprechenden Mannschaft, zu der auch der junge Sergei Owtschinnikow gehörte, der später mehr als 30 Mal das Tor der russischen Nationalmannschaft hüten sollte. Mit Ausbruch des Krieges verließen Adschindschal, sein Zwillingsbruder Beslan und andere Profifußballer die Region. Fortan verdiente er sein Geld im Ausland.

Teil der abchasischen Nationalmannschaft ist er dennoch und es ist für Adschindschal eine Ehre, das Team bei den wenigen sich bietenden Gelegenheiten als Kapitän aufs Feld zu führen. Denn der abchasische Fußballverband und sein Team werden nicht anerkannt – zumindest nicht von der FIFA. Es gibt deshalb nur wenige Möglichkeiten, sich mit anderen Nationen zu messen. Ruslan Adschindschals Karriere ist ein Sinnbild für die Beziehungen seiner Heimatregion und seiner Landsleute zu Russland. Er ist eng mit Russland verbandelt, verdient dort seinen Lebensunterhalt, legt aber trotzdem Wert auf seine abchasischen Wurzeln und die Unabhängigkeit.

Die zwei Gagras

Uferpromenade in Gagra

Uferpromenade in Gagra, 2014, Photo: Hons084 / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-4.0

Doch nicht nur die Abchasen pochen auf ihre Wurzeln. Gagra, ein Ort an der abchasischen Schwarzmeerküste mit heute 15.000 Einwohnern, galt einst als das Monte Carlo der Sowjetunion. Der örtliche Klub Dinamo Gagra war einer der erfolgreichsten der Region und der 2006 gegründete FK Gagra sieht sich als legitimer Nachfolger des Vereins. Die Heimspiele trägt der Klub im nach Daur Akhvlediani benannten Stadion aus. Der war von Mitte der 80er- bis Anfang der 90er-Jahre einer der besten abchasischen Fußballer. Er wechselte von Dinamo Suchum nach Russland, kehrte jedoch während des Krieges zurück, um für die Unabhängigkeit Abchasiens zu kämpfen – und zu sterben. Er wurde ein “Held Abchasiens”. Das später nach ihm benannte Stadion soll auch für Massenexekutionen genutzt worden sein. Der “neue” FK Gagra spielt sehr erfolgreich in der nationalen Liga und konnte die Meisterschaft und den Pokal mehrmals erringen.

GagraStadium

Daur-Akhvlediani-Stadion, davor erinnert ein Plakette an den “Held Abchasiens”, Photos: Демин Аркадий / CC BY-SA 3.0 / via Wikimedia Commons

Aber es gibt noch ein zweites Gagra. Der in Abchasien geborene und geflüchtete Georgier Besik Chikhradze gründete im Exil in Tiflis seinen FC Gagra. Auch dieser Verein ist durchaus erfolgreich – in der georgischen Umaghlessi Liga. Von 2004-2008 spielte man in der 2. nationalen Liga und schaffte den Aufstieg. Nach einigen Jahren im Oberhaus ist der Verein derzeit wieder zweitklassig. Den größten Erfolg konnte der Exilklub aber mit dem Gewinn des georgischen Pokalwettbewerbs 2012 feiern.

Am Ende meiner Recherche möchte doch noch jemand auf meine Fragen antworten: Astamur Adleiba ist Präsident von Dinamo Suchum. Dieser Verein sieht sich als Nachfolgeklub des oben erwähnten gleichnamigen Vereins aus Sowjetzeiten und wurde erst 2009 gegründet. – ? –

Der Klub steht im Schatten des erfolgreichen NART Suchum und ist noch weit von der nationalen Vormachtstellung seines Vorgängervereins entfernt. Dort soll Dinamo aber nach Aussage von Adleiba wieder hin. Eine schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass beim Neustart 2009 nichts mehr vom alten Dinamo Suchum übrig war:

“2009 habe ich den Verein mit meinem Freund Beslan Nanba von Grund auf neu gegründet. Wir haben mit nichts angefangen. Es gab keine Infrastruktur – alles war zerstört oder verkauft.”

Astamur Adleiba, Präsident Dinamo Suchum

Dinamo will ein professioneller Verein werden, der auch wieder über die Grenzen Abchasiens hinaus bekannt ist. Nach Gründung des Vereins verfolgte man deshalb den Plan, in den Amateurligen Russlands anzutreten, was Dinamo verwehrt blieb. Bislang bestreitet man seine Spiele nur gegen abchasische Teams und kann zu Heimspielen ca. 1.000 Zuschauer begrüßen. Die Jugendmannschaften spielen ab und an bei Turnieren in Russland.

Dinamo will sich international Geltung verschaffen, in dem es versucht Anschluss an Russland zu finden. Denn der Fußball und das Leben innerhalb Abchasiens sind von der Außenwelt isoliert.

Das vollständige Interview mit Astamur Adleiba.

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Isolationshaft – Südossetien

Abchasien ist nicht die einzige eigentlich zu Georgien gehörende Region, die sich für unabhängig erklärt hat. Gleiches gilt für Südossetien, eine gebirgige Kauskasusregion die nicht mal doppelt so groß wie das Saarland und dünn besiedelt ist. Auch Südossetien wird nur von einer handvoll Staaten anerkannt, Russland unter ihnen.

Zu Sowjetzeiten zur Georgischen SSR gehörend, erklärten die Südosseten schon 1990 ihre Unabhängigkeit. Bei den darauf folgenden gewaltsamen Konflikten mit Georgien bekam die kleine Region Unterstützung von Russland, dessen Nähe die Südosseten stets suchten. Das hat einerseits mit militärischer und wirtschaftlicher Abhängigkeit zu tun, andererseits hat es mit der angrenzenden, zu Russland gehörenden, Region Nordossetien zu tun, zu dem die Südosseten enge Verbindungen pflegen.

Steckbrief Südossetien

Der Konflikt zwischen Südossetien, Georgien und Russland schwelte bis zum Kaukasuskrieg 2008, in dessen Verlauf die zuvor einmarschierte georgische Armee und viele Georgier vom russischen Militär aus der Region vertrieben wurden. Nach dem Konflikt erkannte Russland die Unabhängigkeit Südossetiens an, was dazu führte, dass Georgien jegliche Beziehungen abbrach. Derzeit gibt es z.B. keinen legalen Grenzübergang von Georgien nach Südossetien. Und wer von Russland aus einreist, macht sich laut georgischem Recht strafbar.

Das hat dazu geführt, dass Südossetien extrem isoliert von der Außenwelt und stärker denn je abhängig von Russland ist. Moskau platziert an der Spitze Südossetiens moskautreue Politiker und als 2011 überraschend ein Gegenkandidat die meisten Stimmen bekam, wurde die Wahl kurzerhand annulliert und der entsprechende Kandidat von der nächsten Wahl ausgeschlossen. Auch in Südossetien ist eine Annexion durch Russland nicht ausgeschlossen.

Das fußballerische Aushängeschild der Region ist Spartak Tchinval. Zchinwali ist mit 30.000 Einwohnern die größte Stadt der Region und liegt in Reichweite der georgischen Grenze. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ist der Gewinn des Georgischen Pokalwettbewerbs 1987. Heute tritt der Verein in der nordossetischen Amateurliga gegen Klubs aus Russland an – in Ermangelung anderer halbwegs ambitionierter Teams in Südossetien. Eine regionale Fußballliga, gegründet 2009 mit nur 3 Teams, hatte lediglich ein Jahr Bestand.

Eher von sich Reden macht ein anderer, gleichnamiger Klub. 2006 wurde in einem Vorort Zchinwalis der FC Spartaki Tchinvali gegründet, der einen Startplatz in der ersten georgischen Liga erhielt. Der Verein wird vollständig vom georgischen Staat finanziert, was jedoch bei georgischen Fußballklubs eher die Regel als die Ausnahme ist. Nach dem Kaukasuskrieg 2008 wurde der Verein ein Exilklub und trägt seitdem seine Spiele in Georgien, aktuell in Tiflis, aus. Die Heimspiele sind ein Anlaufpunkt für aus Südossetien geflüchtete Georgier. Der Verein selbst betont aber, dass er sich nicht als politisches Werkzeug sieht und verweist darauf, dass auch der ein oder andere Ossete im Kader zu finden ist.

In Südossetien selbst tut sich fußballerisch nicht viel. Das “echte” Spartak Tchinval trägt seine Spiele in der nordossetischen Hauptstadt Wladikawkas aus, die mit ihren 300.000 Einwohnern die bei weitem wichtigste Stadt der Region ist. Der bedeutendste Fußballklub der Stadt, bzw. Ossetiens ist Alania Wladikawkas. Alania war viele Jahre im Oberhaus des russischen und sowjetischen Fußballs zu finden. Bis zum Meistertitel von Zenit St. Petersburg 2007, war Alanias Titelgewinn 1995 der einzige, der seit Einführung der russischen Fußballliga nicht an eine Moskauer Mannschaft ging. Alania hatte in den 90ern ein russisches Topteam beisammen, dessen Einzelspieler heute kaum noch jemandem ein Begriff sind. Aktuell hat sich der Verein wegen einer (neuerlichen) Insolvenz aus den oberen Ligen verabschiedet.

Um die Wettbewerbsfähigkeit des (süd)ossetischen Fußballs ist es also nicht sonderlich gut bestellt. Und dennoch gibt es eine südossetische Auswahl des hiesigen Fußballverbands für die ab und an Länderspiele organisiert werden. Allzu viele potentielle Gegner stehen nicht zur Verfügung und so war das Länderspiel gegen Abchasien im Herbst 2013 gleichzeitig das Premierenspiel der südossetischen Nationalmannschaft. Die rekrutiert sich vornehmlich aus Spielern von Alania Wladikawkas und Spartak Tchinval (wie oben beschrieben spielend in Wladikawkas). 3:0 siegten die Gastgeber, aber das Ergebnis war Nebensache.

Die symbolische Bedeutung dieses Länderspiels zwischen zwei von Georgien unabhängigen und kaum international wahrgenommenen Regionen war um ein Vielfaches höher – zumindest für die Beteiligten. In Westeuropa nimmt man kaum Notiz davon – das gilt sowohl (verständlicherweise) für den sportlichen Aspekt aber auch für die politische Situation. Beide Regionen stellen schwelende Konflikte mit dem NATO-Beitrittskandidaten Georgien dar, beide Regionen sind vollständig abhängig von Russland, das beweist der Blick auf den Fußball. Beide Regionen blicken in eine ungewisse Zukunft.

Weiterlesen und weiterklicken

Ausgewählte Texte und Links zu Abchasien, Südossetien und dem Fußball, der dort gespielt wird:

 

Danksagung

Besonderer Dank geht an Sascha Düerkop, den Generalsekretär der CONIFA, der mich bei meinen Recherchen unterstützt hat.

Kategorie q 120minuten

Endreas Müller heißt in Wirklichkeit ganz anders und beschäftigt sich schon länger mit Fußball im Allgemeinen und dem Bloggen im Besonderen. Vor einiger Zeit stellte er sich gemeinsam mit Christoph Wagner die Frage, warum es eigentlich in der deutschen Blogosphäre noch keine Plattform für lange Fußballtexte gibt – die Idee von ‚120minuten’ war geboren.

2 Kommentare

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