Gerald vom Tödlichen Pass – Mein Fußball-Medien-Menü XI

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Gerald ist Teil der Redaktion beim Tödlichen Pass, dem Urgestein unter den deutschsprachigen Magazinen zu Fußballkultur. Er spielte Hockey, weil seine Freunde Hockey spielten, ist und war aber immer schon Fußballer – einer, der keinem bestimmten Verein anhängt, was gelegentlich für Stirnrunzeln sorgt. In Kürze feiert der Tödliche Pass 20-jähriges Bestehen und im Hintergrund laufen die letzten Vorbereitungen zur Veröffentlichung des Buches “Fußballkritik – Das Beste aus 20 Jahren DER TÖDLICHE PASS“.

Welche Fußballmagazine/Zeitschriften liest Du regelmäßig?

Recht regelmäßig den “Ballesterer” und die “11 Freunde”, vom “Tödlichen Pass” einmal abgesehen. “Rund” vermisse ich immer noch. Das ganze überaufgeregte Tagesgebrüll über Fußball geht komplett an mir vorbei. Inzwischen verzichte ich bei Fußballübertragungen auch auf jedwede Vor- oder Nachberichterstattung. “Vorbericht” ist als Begriff schon fragwürdig, und nach den Spielen passieren dann natürlich genau die völlerschen oder mertesackerschen Ausbrüche, die ich live leider immer verpasse.

Für welchen Text, den Du in den vergangenen Wochen gelesen hast, kannst Du eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen?

“Taktik ist überbewertet?!” von Endreas Müller. Wunderbarer Selbstversuch, einer dieser Texte, bei denen man als PASS-Autor denkt: “Wärst du bloß selbst darauf gekommen!” Auch “Gehen Sie davon aus” (in der 11 Freunde, die Red.) lese ich immer wieder gern, und das 11-Freunde-Interview mit Horst Hrubesch (kostenpflichtiger Blendle-Link) im März-Heft ist großartig. Und Oliver Fritsch schreibt auf “Zeit online” viele interessante Dinge, immer wieder.

Wo und wie stößt Du auf lesenswerte Texte?

Viel, hauptsächlich über Twitter. Oder direkt über die SpOn-, FAZ- oder SZ-Apps. Oder Thom (@TompeausV) schickt mir einen Link, das sind dann immer ganz sichere Dinger.

Wie liest Du – am Tablet/Smartphone, am großen Bildschirm oder bist Du ein Internetausdrucker und Printliebhaber?

Printliebhaber, sowieso. Aber ich lese auch viel am Smartphone, in der S-Bahn, im Bus. Nicht schön, aber man gewöhnt sich an alles, außer an Rummenigge.

Welches Fußballbuch kannst Du besonders empfehlen?

Oha. Plural: “Alle unsere frühen Schlachten” von Javier Marias, “Über Fußball” von Jorge Valdano, “Der Traumhüter” von Ronald Reng, “Ein allzu kurzes Leben“, diverse Biermannbücher und doch auch das niegelnagelneue, jetzt im März erscheinende “Fußballkritik – Das Beste aus 20 Jahren DER TÖDLICHE PASS”.

Welche Fußball-Podcasts verfolgst du regelmäßig?

Keinen. Einige würden sich wohl lohnen, insgesamt aber auch wieder so ein Zeitding. Der beste, vielstimmigste (und auch flüchtigste) Podcast entsteht Mittwoch für Mittwoch ab 18:30 Uhr in der Kabine des SCP in Hamburg.

Schaust du noch die Sportschau, um dich über den Spieltag zu informieren?

Mal ja, mal nein. Wenn ich sie verpasse, kommt immer das schlechte Gewissen: “Mindestens die ‘Sportschau’ musst du doch …”

Welche Website, welchen Podcast, welches Magazin kannst du abseits des Fußballs empfehlen?

Das Wirtschaftsmagazin brand eins – und Bücher, Bücher, Bücher.


In der Kategorie “Mein Fußball-Medien-Menü” fragen wir Fußballer und Fußballbegeisterte, Sportjournalisten und -autoren nach ihren persönlichen Lese-, Seh- und Hörgewohnheiten zum Thema Fußball. Die Idee dazu entstand unübersehbar in Anlehnung an Christoph Kochs Medien-Menü, das inzwischen bei den Krautreportern zu finden ist.


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Teaserbild: B O O K by RkRao via flickr – CC BY 2.0

Kategorie Blog

Endreas Müller heißt in Wirklichkeit ganz anders und beschäftigt sich schon länger mit Fußball im Allgemeinen und dem Bloggen im Besonderen. Vor einiger Zeit stellte er sich gemeinsam mit Christoph Wagner die Frage, warum es eigentlich in der deutschen Blogosphäre noch keine Plattform für lange Fußballtexte gibt – die Idee von ‚120minuten’ war geboren.

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